Sydney: Schiffsunglück unter der Harbour Bridge

Passagierfähre reißt drei Menschen in den Tod

Eine Passagierfähre hat unter der Hafenbrücke von Sydney eine 10-Meter-Yacht gerammt und regelrecht überfahren. Dabei wurden mindestens drei Menschen in den Tod gerissen und acht weitere verletzt.

Eine Passagierfähre hat unter der Hafenbrücke von Sydney eine 10-Meter-Yacht am Mittwochabend gerammt und regelrecht überfahren. Dabei wurden mindestens drei Menschen in den Tod gerissen und acht weitere verletzt. Ein 14-jähriger Junge wurde am Donnerstagmorgen noch vermisst. "Das Boot brach einfach auseinander", berichtete der Augenzeuge Clive Marshall. Die Insassen wurden ins Wasser geschleudert.

Besatzungsmitglieder der Fähre (ein sogenanntes "HarbourCat"), die keine Fahrgäste mehr an Bord hatte, sprangen ins Wasser und eilten den Menschen zu Hilfe. "Einige Leute hielten sich an den Trümmern fest. Da waren Menschen im Wasser und Bootstrümmer, das Boot sank, und die Leute schrien nach ihren vermissten Freunden", schilderten Augenzeugen die dramatischen Szenen. Ein Polizeihubschrauber beleuchtete den Unglücksort, um die Bergung der Verletzten zu unterstützen.

Die zwölf Passagiere an Bord der Yacht gehörten fast alle zum nationalen australischen Eiskunstlauf-Team, das in Sydney zu einem Seminar versammelt war. Nach Polizeiangaben waren zwei der Toten australische Schiedsrichter, Dr. Alan Blinn und Simone Moore, für Wettbewerbe im Eiskunstlauf. Der 14-jährige Vermisste, Morgan Innes aus Queensland, gilt als Nachwuchsstar in dieser Sportart. Der früheren Eiskunstläuferin Liz Cain, die Australien 1980 bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid vertrat und deren Ehemann die Motoryacht gehört, musste ein Bein teilweise amputiert werden.