Großhansdorf: Spektakuläre Rettungsaktion

Geschockter Schwan irrt über A1

Polizisten retteten auf der BAB 1 in Höhe Großhansdorf einen Schwan. Um das offenbar verwirrte Tier zu bergen, sperrte die Polizei die Autobahn kurzzeitig ab.

Ratzeburg. In einer spektakulären Aktion retteten am Dienstagmittag Polizisten auf der BAB 1 in Höhe Großhansdorf einen Schwan (Wappentier des Kreises Stormarn). Ab 14 Uhr wollte das Telefon auf dem Polizeiautobahnrevier Bad Oldesloe nicht mehr stillstehen. Mehr als 15 Anrufer meldeten einen offenbar verletzten Schwan an der Mittelschutzplanke der BAB 1 in Fahrtrichtung Hamburg.

Innerhalb weniger Minuten waren die Autobahnpolizisten zur Stelle und entdeckten das Tier tatsächlich an der Mittelschutzplanke auf dem Grünstreifen. Offensichtlich stand der Schwan unter Schock, denn sein langer Hals schwang nur kurz im Fahrtwind hin und her, wenn die Autos an ihm mit hoher Geschwindigkeit vorbeibrausten. Die Beamten sperrten erst mal kurzzeitig die Autobahn in Richtung Hamburg. Kaum stand der Verkehr still, erhob sich der Schwan gnädig und stolzierte, dem ersten Anschein nach völlig unverletzt, über die nun leere Autobahn. Bei seinem anschließenden Flugstart mitten auf der Autobahn, rutschte dem Schwan immer wieder das rechte Bein weg (möglicherweise gestaucht/ausgerenkt).

Tatkräftige Unterstützung beim Einfangen des Tieres bekamen die beiden Polizisten unerwartet von zwei Lkw Fahrern, die ganz vorn auf der Autobahn in der Schlange warteten. Die Beamten und einer der Fahrer kreisten das Tier ein, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, während der zweite Brummifahrer sich von hinten heranpirschte und mit gekonntem Griff den Schwan packte. Das Tier ergab sich seiner Rettung und ließ sich in den Streifenwagen verfrachten. Die Fahrt zum Tierheim in die Süderstraße nach Hamburg, wo er nach Rücksprache mit dem "Schwanenvater" der Hamburger Umweltbehörde, versorgt werden sollte, verlief überraschend ruhig. Der Schwan schaute ruhig und sehr interessiert aus den Fenstern des Streifenwagens. Nur auf den letzten hundert Metern vor dem Tierheim ertönte von der Rückbank lautes Gemeckere, denn die ruppige Fahrt über das dortige Kopfsteinpflaster war offenbar nicht in seinem Sinn.