Irak-Krise: Blutiger Racheakt

Polizisten richten Massaker an

Schiitische Polizisten haben in der nordirakischen Stadt Tal Afar mindestens 45 sunnitische Einwohner umgebracht.

Bagdad. Schiitische Polizisten haben in einem Racheakt in der nordirakischen Stadt Tal Afar mindestens 45 sunnitische Einwohner umgebracht. Die Zahl wurde von einem Krankenhausmitarbeiter genannt, das Massaker wurde von ranghohen Polizeikreisen mitgeteilt. Die Polizisten hätten außerhalb ihrer Dienstzeit zu Fuß sunnitische Wohngegenden durchstreift und dabei auf Bewohner und Häuser geschossen.

Das Blutbad sei erst gestoppt worden, als Soldaten einschritten und ein Ausgehverbot über die gesamte Stadt verhängt wurde, hieß es weiter. Bis dahin seien die Polizisten zwei Stunden schießend durch die Viertel gelaufen. Bei den Toten handele es sich um Männer zwischen 15 und 60 Jahren. Den Polizeikreisen zufolge handelt es sich um einen Vergeltungsakt für zwei LKW-Bombenanschläge am Dienstag, bei dem mindestens 63 Menschen getötet und 150 verletzt wurden. Tal Afar liegt rund 400 Kilometer nordwestlich von Bagdad.