Fingierte E-Mails: Hamburger Polzei deckt auf

Betrügerduo erschleicht Vermögen

Die Masche ist alt, hat aber immer noch Erfolg. Fingierte E-Mails verheißen den ganz großen Gewinn. Für den versprochen Reichtum soll der Empfänger allerdings erst mal berappen – eigenes Geld. Die Staatsanwaltschaft Hamburg konnte jetzt zwei Fälle aufdecken.

Hamburg. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat zwei Betrüger überführt, die mit vermeintlicher Erbschleicherei ein Vermögen ergaunert haben. Ihre Masche: In fingierten E-Mails behaupteten sie, dass bei einer Bank angeblich 50 Millionen Dollar eines Verstorbenen lägen, für die es keinen Erben gäbe. Alles was der Empfänger der Nachricht tun müsse, sei, sich als Erbe auszugeben und Geld auf verschieden Konten in London und Südafrika zu überweisen.

Der Anteil des potenziellen Komplizen: 35 Prozent des Erbes. Die Masche ist erfolgreich und sie ist bekannt. Der Name der perfiden Abzocke: Nigeria-Connection. Bereits seit 1988 werden weltweit Nachrichten verschickt, in denen große Summen versprochen werden. Alles was die Empfänger tun müssen ist afrikanischen Geschäftsleuten zu helfen, riesige Dollarbeträge außer Landes zu schaffen. Das Gesetzbuch nennt solche Fälle "Vorschuß-Betrug" oder nach einem entsprechendem Artikel im nigerianischen Gesetzbuch auch 419.

Ein 29-Jähriger ging auf das Angebot ein. Er überwies das Geld. Er bekam nach einer ersten Zahlung von 15 000 Euro auch Dokumente für das "erwartete" Erbe. Mehr bekam er allerdings nicht. Nachdem er insgesamt 75 000 Euro überwiesen hatte, brach der Kontakt zu dem vermeintlichen Bankdirektor ab. In einem anderen Fall prellte das Betrügerpaar ein gutgläubiges Opfer um 44 000 Euro.

Umfangreiche Ermittlungen führten die Fahnder zu der Firma der Betrüger. Bei einer Durchsuchung fanden die Ermittler Beweismaterial: Vier Kartons mit Geschäftsunterlagen, einen Laptop, einen USB Stick und weiteres Datensicherungsmaterial. Die Beweise werden derzeit noch untersucht.