Explosion überschattet Besuch von UN-Generalsekretär Ban in Bagdad

Der Beginn der Nahostreise von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist von einer schweren Explosion in der irakischen Hauptstadt Bagdad überschattet worden. Die durch Mörsergranaten verursachte Explosion ereignete sich am Donnerstag in der besonders gesicherten grünen Zone im Zentrum Bagdads

Bei einer Großrazzia entdeckten irakische und US-Soldaten Fässer mit Chlorgas und Salpetersäure sowie Waffenlager. Wie die US-Armee weiter mitteilte, wurden 31 Menschen festgenommen. Drei US-Soldaten wurden kamen in Bagdad und der Provinz El Anbar bei gewalttätigen Auseinandersetzungen ums Leben.

Die Pressekonferenz von Ban und dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri el Maliki wurde durch die Explosion kurzzeitig unterbrochen. Während Ban wegen des lauten Knalls kurz zusammenzuckte, blieb Maliki ganz ruhig. Eine große Rauchwolke war über der grünen Zone zu sehen. Die Sicherheitskräfte konnten bislang noch keine Angaben über mögliche Opfer machen. Ban wollte bei seinem überraschenden Besuch im Irak mit Maliki und anderen Regierungsvertretern sprechen.

Ursprünglich war vorgesehen, dass der Südkoreaner seine erste Nahostreise als UN-Generalsekretär am Freitag in Kairo beginnt. Weitere Stationen sind die Palästinensergebiete, Israel, Jordanien, Saudi-Arabien und der Libanon. Ban will auch am Gipfeltreffen der Arabischen Liga am Mittwoch teilnehmen.

An der Großrazzia in Bagdad, bei der Chlorgas und Salpetersäure gefunden wurden, waren 1600 Soldaten beteiligt, die auf der Suche nach Terrorverdächtigen und Waffen ein Haus nach dem anderen durchkämmten, hieß es. Am Wochenende waren bei einer Serie von Anschlägen mit Chlorgas zwei Polizisten getötet worden.

In Hilla und Basra wurden nach US-Militärangaben mehrere führende Mitglieder der radikalen Bewegung des Schiitenführers Moktada Sadr festgenommen. Kais Chasali und sein Bruder Laith Chasali seien zusammen mit anderen Mitgliedern der Bewegung aufgegriffen worden. Sie sollen an der Entführung und Tötung von fünf US-Soldaten im Januar in Kerbela beteiligt gewesen sein.

Bei einem Angriff auf eine Patrouille von US-Soldaten in Bagdad kam am Mittwoch nach Armeeangaben ein Soldat ums Leben. In der Provinz El Anbar wurden zwei US-Soldaten bei einem Einsatz getötet. Damit erhöhte sich die Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten seit dem Einmarsch der USA vor vier Jahren laut einer auf Pentagonangaben beruhenden Zählung auf 3225.