EU stimmt Luftverkehrsabkommen mit den USA zu

Die EU-Verkehrsminister haben nach Angaben aus Kommissionskreisen einem Luftverkehrsabkommen mit den USA zugestimmt. Der Entwurf für das erste Abkommen dieser Art zwischen allen EU-Staaten und den USA sei von den Ministern mit geringfügigen Änderungen gebilligt worden.

EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot begrüßte die Einigung. Die Änderungen seien für die US-Seite unerheblich, hieß es aus Kommissionskreisen. Einer Unterzeichnung des Abkommens stehe damit nichts mehr im Wege. Aufgenommen wurde offenbar eine von Großbritannien geforderte Übergangsfrist für die Neuzuteilung von Start- und Landerechten am Flughafen Heathrow. Mit dem Abkommen dürften die britischen Fluggesellschaften mehr Konkurrenz auf Transatlantikflügen bekommen.

Bislang gibt es für den Luftverkehr nur bilaterale Abkommen zwischen einzelnen europäischen Staaten und Washington. Der von der EU-Kommission ausgehandelte umfassende Vertrag sollte europäischen Fluggesellschaften das Recht verschaffen, jede beliebige Verbindung zwischen der EU und den USA zu bedienen. Nach Berechnungen der EU-Kommission könnte dadurch die Zahl der Anbieter erheblich gesteigert werden, wodurch langfristig auch die Ticketpreise sinken könnten. Die Kommission erwartet binnen fünf Jahren eine Entlastung von rund 15 Milliarden Euro zu Gunsten der Verbraucher sowie die Schaffung von 80.000 Arbeitsplätzen beiderseits des Atlantiks.

Den britischen Fluggesellschaften, die bislang den Luftverkehr in Richtung USA dominieren, ist die durch das Abkommen zu erwartende Konkurrenz jedoch nicht willkommen. 38 Prozent der von europäischen Unternehmen angebotenen Transatlantikflüge entfallen auf britische Airlines.