Littmann bleibt St. Pauli-Präsident - Rücktritt ist kein Thema mehr

Corny Littmann ist weiterhin Präsident des Fußball-Regionalligisten FC St. Pauli. Dieses Urteil fällte das Hamburger Landgericht an diesem Nachmittag. Damit wird die Einstweilige Verfügung gegen die Abberufung des amtierenden und die Einsetzung eines kommissarischen Vorstandes durch den Aufsichtsrat aufrechterhalten.

Hamburg. Corny Littmann ist weiterhin Präsident des Fußball-Regionalligisten FC St. Pauli. Dieses Urteil fällte das Hamburger Landgericht an diesem Nachmittag. Damit wird die Einstweilige Verfügung gegen die Abberufung des amtierenden und die Einsetzung eines kommissarischen Vorstandes durch den Aufsichtsrat aufrechterhalten. Littmann hatte den Beschluss in der vergangenen Woche erwirkt. Der Präsident widerrief zudem seinen vor mehr als drei Wochen angekündigten Rücktritt zum 26. März. Zum Wohle des Vereins wolle er weiterhin zur Verfügung stehen, sagte Littmann.

Der Aufsichtsrat hatte in der vergangenen Woche den 40 Jahre alten Hamburger Unternehmer Stefan Orth zum kommissarischen Präsidenten berufen und ihm als Vizepräsidenten Ex-Profi Carsten Pröpper (Sport), Andreas Wasilewski (Finanzen) und das bisherige Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Helbing (Verein/Stadion) zur Seite gestellt. Doch das Gericht untersagte dem Quartett nach dreistündiger Verhandlung und einstündiger Beratung jegliche Geschäftstätigkeit. Eine Abberufung des Präsidiums sei nur durch die Mitgliederversammlung möglich, betonte der Richter.

Im Kampf um die Macht beim FC St. Pauli hat Littmann jetzt die besseren Karten. Sein angekündigter Rücktritt ist kein Thema mehr und die von ihm gewünschte Außerordentliche Mitgliederversammlung wird wie vorgesehen am Sonntagnachmittag abgehalten. Der 54 Jahre alte Geschäftsführer zweier Theater (Schmidt Theater, Schmidts Tivoli) im Hamburger Stadtteil St. Pauli rechnet mit einer Abwahl der sieben Aufsichtsratsmitglieder durch die Mitglieder. Diesbezügliche Anträge sind bereits eingebracht worden.

Das Kontrollgremium hatte vor Gericht mehrere Kompromissvorschläge des Präsidiums ausgeschlagen. Es sehe für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Littmann keinerlei Basis mehr, hieß es in der Begründung. "Das ist der Beweis, dass es nicht um den Verein, sondern um mich geht. Das ist vereinsschädigend", sagte Littmann.

Zwei Tage zuvor hatte Littmann die Fertigstellung der neuen Südtribüne im Millerntorstadion rechtzeitig vor Beginn der nächsten Saison in Aussicht gestellt. Bislang fehlten vier Millionen Euro für die Finanzierung des 12,5 Millionen teuren Neubaus. Nunmehr soll ein Investor aus der Schweiz bereitstehen. Dessen Zusage ist jedoch an eine Bedingung geknüpft: Das Geld fließt nur, wenn Littmann Präsident des FC St. Pauli bleibt. Aufsichtsratsmitglied Taj Eich hatte diesen Vorstoß empört als Erpressung zurückgewiesen.