Hamburger Landgericht: Prozessauftakt

Freundin erst Kopf eingeschlagen - dann erwürgt

Die Begründung des mutmaßlichen Totschlägers: „Ich wollte sie nur erschrecken.“

Hamburg. Ein 40-jähriger Mann muss sich seit Montag wegen Totschlags vor dem Hamburger Landgericht verantworten, weil er seine Freundin mit Hammerschlägen gegen den Kopf verletzt und anschließend erwürgt haben soll. "Ich wollte sie nur erschrecken. Dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf", sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt. Er habe die 30-Jährige versehentlich mit dem Hammer getroffen und sie bei dem folgenden Handgemenge erwürgt. Nach einigen misslungenen Selbstmordversuchen stellte sich der Mann wenige Tage nach der Tat Anfang Oktober der Polizei.

Der Vorsitzende Richter äußerte Zweifel an der Tatschilderung des Mannes. "Das ist für uns nicht nachvollziehbar", sagte er. Wahrscheinlicher sei, dass sich das hoch verschuldete Paar über Finanzen gestritten und der Mann dabei seine Freundin getötet habe. "Ich wünschte, es wäre so", wies der Angeklagte aber diese Version zurück.

Der 40-Jährige und seine Partnerin hatten nach Bekunden des Angeklagten eine harmonische Beziehung geführt. Der Mann war zunächst bei einer Wohnungsverwaltung angestellt, hatte sich dann aber im selben Fach selbständig gemacht. Weil das Geschäft nicht wie erwartet lief und das Paar zudem auf großen Fuß lebte, machte der Mann bald Schulden. Auch das Geld seiner Freundin konnte die Lage nicht verbessern. Konflikte habe es deshalb aber nicht gegeben. "Es war nie irgendwie eine Schärfe drin", meinte er.

Die Polizei fand die Leiche der Frau zwei Tage nach ihrem Tod in der Wohnung des Paares, nachdem die jobbende Studentin von einer Arbeitskollegin als vermisst gemeldet worden war. Der Angeklagte war zum Timmerndorfer Strand geflüchtet, wo er ein Abschiedsschreiben an seine Eltern und einen Freund verfasste und sich schließlich von einem Hotel stürzen wollte. Da dies misslang, ließ er sich von seinen Eltern abholen und stellte sich der Polizei.