Sibirien: Gasexplosion in Kohlebergwerk

Dutzende Tote - mehr als 100 Bergleute verschüttet

Das Bergwerk ist angeblich auf dem neusten Stand der Technik. Schon bei zwei Explosionen im Vorjahr waren insgesamt 60 Kumpel ums Leben gekommen.

Moskau. Bei einer Explosion in einem sibirischen Kohlebergwerk sind am Montag mehr als 100 Bergleute verschüttet worden. Nach der Explosion wurden mittlerweile 61 Leichen aus dem Bergwerk Uljanowskaja in der Region Kemerowo geborgen. 56 Kumpel wurden gerettet, drei von ihnen verletzt. Unterschiedlichen Angaben zufolge befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks zwischen 168 und 186 Bergleute unter Tage. Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. Der Regionalgouverneur Aman Tulejew reiste zum Ort des Unglücks. Anders als andere Bergwerke der Region soll Uljanowskaja noch ganz neu und technisch auf dem neuesten Stand sein.

Die Grube Uljanowskaja befindet sich im Südwesten Sibiriens in der Nähe der Grenze zur Mongolei. "Die Evakuierung dauert an", sagte eine Sprecherin des russischen Katastrophenschutzministeriums nach der Bergung der ersten Arbeiter. Zwölf Rettungsteams seien im Einsatz. Die Rettungskräfte bahnten sich demnach einen Weg durch die Trümmer in dem Bergwerk, das laut Ministerium durch eine Methangas-Explosion verwüstet wurde.

Die Verwaltung der Region betonte, dass es sich bei der Unglücksgrube um ein neues Bergwerk handele, das erst seit dem Jahr 2002 in Betrieb sei. Die übrige Kohleindustrie in der Region Kemerowo hatte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion unter einem chronischen Mangel an Investitionen gelitten. In den vergangenen Jahren gab es dort zahlreiche Unglücke. Unter anderem waren in der Gegend im Jahr 2005 mehr als 20 Bergleute bei einer Gasexplosion getötet worden. Bei zwei Explosionen im Vorjahr waren insgesamt 60 Bergleute ums Leben gekommen.