Kommunikation: Verbraucherschutztarif geplant

Handygespräche im Ausland werden billiger

Wer auf sein Handy auch im Ausland nicht verzichten möchte, kann sich freuen: Ab Juli gehen die Preise runter - laut EU-Kommission auf 50 Cent pro Minute.

Hannover/Brüssel. Handygespräche im Ausland werden nach Angaben der EU-Kommission ab Juli deutlich billiger. Es zeichne sich eine Obergrenze von 50 Cent pro Minute ab, sagte ein Sprecher von Medienkommissarin Viviane Reding am Donnerstag am Rande eines EU-Ministertreffens auf der Cebit in Hannover. "Im Juli werden die Preise gesenkt", versprach Reding-Sprecher Martin Selmayr. Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zeigte sich demnach bei dem EU-Treffen unter seiner Leitung zuversichtlich, schnell die Tarife für das so genannte Roaming senken zu können.

Verbraucher müssen derzeit nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bei einem Handytelefonat im Ausland zwischen ein und drei Euro pro Minute berappen. Die EU-Kommission hatte im vergangenen Juli das Ziel ausgegeben, die Tarife bis zu diesem Sommer um 70 Prozent zu senken. Dies sei nun pünktlich zu den Sommerferien zu erwarten, sagte der Reding-Sprecher weiter. Er widersprach damit Angaben aus Glos' Ministerium, wonach die neuen Preisvorschriften wegen der nötigen Zustimmung des Europaparlaments voraussichtlich erst nach der Sommerpause in Kraft treten.

Im Gespräch ist ein maximaler "Verbraucherschutztarif". Dem Sprecher zufolge dürften Handygespräche im Ausland danach maximal 50 Cent pro Minute kosten. Wer im Ausland angerufen wird, müsste maximal 25 Cent zahlen. Dazu käme jeweils noch die Mehrwertsteuer. Es könne auch sein, dass der Maximaltarif jeweils ein paar Cent günstiger ausfalle, unterstrich Selmayr.