Anhörung auf Guantanamo

USA: Mutmaßlicher El-Kaida-Planungschef bekennt sich schuldig

Bei einer Anhörung des US-Militärs auf Guantanamo hat sich der mutmaßliche Planungschef der Terrororganisation El Kaida, Khalid Sheikh Mohammed, für die Organisation der Anschläge vom 11. September 2001 schuldig bekannt.

"Ich war von A bis Z verantwortlich für die Operation 11. September", erklärte der Pakistaner einer Mitschrift zufolge, die das Militär am Mittwoch veröffentlichte. Demnach übernahm der 41-Jährige die Verantwortung für rund 30 Anschläge und Anschlagsversuche. Darunter waren fehlgeschlagene Attentate auf den verstorbenen Papst Johannes Paul II. und die ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und Jimmy Carter, aber auch die tödlichen Bombenanschläge von Bali.

Sheikh Mohammed war nach Angaben des US-Militärs bis zu seiner Festnahme im Mai 2003 der Milizenchef der El Kaida. Er selbst erklärte laut der Mitschrift bei seiner Anhörung auf der US-Basis Guantanamo Bay, er habe nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eine zweite Angriffswelle geplant. Ziele seien der Library Tower in Kalifornien, der Sears Tower in Chicago, die Plaza Bank in Washington State und das Empire State Building in New York gewesen. Er sei zudem für die Planung und Finanzierung von Anschlägen verantwortlich gewesen, bei denen US-Militärschiffe und Öltanker in der Straße von Gibraltar, der Straße von Hormus und dem Hafen von Singapur zerstört werden sollten.

Auch das erste Attentat auf das World Trade Center 1993 und die Bombenanschläge von Bali 2002 gehen dem Protokoll zufolge auf Sheikh Mohammeds Konto. Zudem habe er hinter dem Anschlagsversuch des "Schuhbombers" gesteckt. "Ich war verantwortlich für die Planung, Überwachung und Finanzierung der Operation auf britischem Boden, um den Flughafen Heathrow, das Canary Wharf Building und den Big Ben zu zerstören", erklärte der Pakistaner.

Die Anhörung hatte bereits am Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Auch die Verteidiger waren nicht zugelassen. Sheikh Mohammeds Aussage war von einem US-Offizier verlesen worden. Nach Angaben des Pentagon soll bei der Anhörung geklärt werden, ob Mohammed und 13 weitere Verdächtige zu Recht als "feindliche Kämpfer" eingestuft und festgehalten werden. Diese Entscheidung ist Voraussetzung für eine Anklage und eine Aburteilung vor einem Militärtribunal. Den Gefangenen steht bei der Anhörung kein Anwalt zur Seite. Auch Journalisten wurden ausgeschlossen. Sheikh Mohammed gilt hinter Osama bin Laden und Aiman el Sawahiri als Nummer drei im Terrornetzwerk El Kaida .