Alkohol: Flatrate-Partys und Koma-Saufen bringen Politiker auf den Plan

CSU und Grüne wollen Alkohol für Minderjährige verbieten

Neben dem Verbot soll auch mehr Aufklärungsarbeit Jugendliche besser vor einer Alkoholabhängigkeit schützen.

Die Drogenbeauftragte der Unionsfraktion, Maria Eichhorn (CSU), begrüßte entsprechende Pläne der EU. Grundsätzlich sollte jede Möglichkeit genutzt werden, "die hilft, Jugendliche vor einer Alkoholabhängigkeit zu bewahren", sagte Eichhorn der "Berliner Zeitung".

Wichtig sei zudem, dass das geltende Jugendschutzgesetz eingehalten werde, das ein Verkaufsverbot von hochprozentigen Alkohol an Minderjährige vorsieht. "Das Verbot muss voll ausgeschöpft werden. Daher müssen die Kontrollen konsequent durchgeführt werden", sagte Eichhorn, die zudem eine bessere Aufklärung forderte. Flächendeckend an allen Schulen sollten die Schüler "über die schlimmen Folgen des Konsums von legalen und illegalen Drogen informiert werden", sagte sie.

Unterstützung kam von den Grünen. "Das Koma-Saufen ist eine beunruhigende Entwicklung", sagte der drogenpolitischer Sprecher, Harald Terpe, der Zeitung. "Wenn man den Jugendschutz ernst nimmt, muss man die Abgabe von Alkohol an unter 18-Jährige unterbinden." Verbote allein reichten aber nicht aus. Auch die Aufklärung müsse ausgebaut werden.

Die FDP sprach sich gegen ein generelles Alkoholverbot für Minderjährige aus. "Ich habe den Eindruck, Politiker beruhigen ihr Gewissen mit spontanen Aktionen", sagte der drogenpolitische Sprecher, Detlev Pfarr, der Zeitung. "Über Repression ist wenig zu erreichen", argumentierte Pfarr. Die jungen Leute müssten lernen, verantwortungsbewusst mit Alkohol umzugehen. Daher sei mehr Aufklärung an den Schulen nötig. Zugleich appellierte Pfarr an Wirte, auf so genannte Flatrate-Partys zu verzichten, bei denen man für einen Pauschalbetrag so viel trinken kann, wie man mag.