Deutscher Entwicklungshelfer in Afghanistan getötet

Ein deutscher Mitarbeiter einer Hilfsorganisation ist am Donnerstag nach Angaben der örtlichen Behörden im Norden Afghanistans getötet worden.

Kabul/Bonn. Ein deutscher Mitarbeiter einer Hilfsorganisation ist am Donnerstag nach Angaben der örtlichen Behörden im Norden Afghanistans getötet worden. Der Gouverneur der Provinz Sar-e-Pul, Sayed Mohammad Iqbal Munib, sagte der Deutschen Presse-Agentur, bewaffnete Diebe hätten den Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe erschossen. Zuvor seien er und drei seiner afghanische Kollegen beraubt worden. Die Afghanen seien anschließend freigelassen worden. Der Deutsche sei erschossen und seine Leiche auf der Straße liegen gelassen worden.

Munib sagte, mehr als 100 Polizisten hätten den Tatort umzingelt und suchten nach den Mördern. Die Leiche werde zurzeit in die Provinzhauptstadt Sar-e-Pul gebracht. Es ist der erste deutsche Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, der seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 in Afghanistan getötet wurde.

Die Sprecherin der Welthungerhilfe, Simone Pott, sagte in Bonn, wahrscheinlich sei der Mitarbeiter erschossen worden. Mehr könne sie zurzeit nicht bestätigen. Auch das Auswärtige Amt wollte den Tod eines deutschen Entwicklungshelfers zunächst nicht bestätigen.

Von Seiten der Bundeswehr hieß es, zwei Fahrzeuge der Deutschen Welthungerhilfe seien unter Beschuss gekommen. Soldaten aus einem schwedischen Wiederaufbauteam seien auf dem Weg zum Tatort. Sie hätten ein medizinisches Team und Soldaten zum Schutz dabei. Der Sprecher des Innenministeriums in Kabul, Semarai Baschari, machte ebenfalls Kriminelle für die Tat verantwortlich.

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