SPD: "Zeit"-Herausgeber wird Spitzenkandidat

Michael Naumann soll's machen

Der frühere Kulturstaatsminister und Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit", Michael Naumann, soll Spitzenkandidat der Hamburger SPD werden. Darauf hat sich die Findungskommission nach Angaben der Partei einstimmig verständigt.

Hamburg. Für das Amt des SPD-Landesvorsitzenden sei Fraktionsvize Ingo Egloff vorgeschlagen worden, hieß es. Die scheidende stellvertretende SPD-Vorsitzende Dorothee Stapelfeldt sagte: "Die SPD tritt mit einem starken Team an, um die Freie und Hansestadt Hamburg sozial gerechter und wirtschaftlich erfolgreicher zu machen." Hamburgs kommissarischer SPD-Chef Mathias Petersen ist derzeit im Urlaub.

Naumann war von 1999 bis 2000 Kulturbeauftragter der Bundesregierung im Range eines Staatsministers. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte den Journalisten und Schriftsteller in die Position nach Berlin geholt. Naumann gehört seit Mitte der 80er Jahre der SPD an, ohne allerdings Funktionen in der Partei auszuüben. Nach seinem Rückzug aus der Bundesregierung war Naumann zunächst gemeinsam mit Josef Joffe Chefredakteur der "ZEIT", für die er früher als Redakteur gearbeitet hatte.

Die Hamburger SPD befindet sich seit Wochen in einer schweren Krise. Zuletzt hatte es Altbürgermeister Henning Voscherau abgelehnt, als Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl 2008 anzutreten. Über die Vorschläge der Findungskommission entscheidet am 24. März ein Landesparteitag. Der gesamte SPD-Landesvorstand war zurückgetreten, nachdem es bei einer Mitgliederbefragung zum Spitzenkandidaten für 2008 Unregelmäßigkeiten gegeben hatte.

( dpa, abendblatt.de )