Justiz: Hartz-IV-Empfänger kämpft gegen den Staat

"Prozesse-Dieter" ins Gefängnis?

Er ist der selbst ernannte „König der Kläger“: Der diskutierfreudige 71-Jährige hat Klobürsten erstritten und sogar Unterhosen eingeklagt. Jetzt kann der ehemalige Sportlehrer sein leidenschaftliches Verhältnis zur Justiz noch vertiefen: Ein Jahr soll er ins Gefängnis. Doch zuvor muss ein Arzt seinen Gesundheitszustand prüfen.

Düsseldorf. Ein Arzt soll den Gesundheitszustand von "Prozesse-Dieter" prüfen, bevor der Ratinger Rolf-Dieter K. seine einjährige Haftstrafe antritt. Der streitbare Senior hat sich den Ruf erstritten, Deutschlands "Prozesshansel Nr. 1" zu sein. Inzwischen drohe dem 71-Jährigen noch mehr Ärger, sagte der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, am Montag. Es gebe weitere Ermittlungsverfahren gegen den bundesweit bekannt gewordenen Sozialhilfe-Empfänger. Der 71-jährige ehemalige Sportlehrer soll erneut ausfällig geworden sein.

Mehr als 200 Verfahren hat der Senior gegen den Staat angestrengt, sich vom Sozialamt per Klage mal ein paar Unterhosen, mal eine Klobürste erstritten. In seinem Schriftverkehr mit Behörden und Justiz war der Senior oft ausfällig und beleidigend geworden. Das Düsseldorfer Landgericht hatte ihn wegen 18facher Beleidigung zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt. Während der Verhandlung hatte der Senior ein T-Shirt mit der Aufschrift "Asozial ist geil" getragen. Die Strafe war im Januar vom Düsseldorfer Oberlandesgericht bestätigt worden.

Im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" kündigte der selbst ernannte "König der Kläger" an, im Gefängnis möglichst viel Kosten zu verursachen, wenn seine Versuche scheitern sollten, von der Haft verschont zu werden. Er werde nachts Stimmen hören. "Nach drei bis vier Tagen werde ich haftunfähig sein."