RAF: Umstrittene Äußerungen des Ex-Terroristen

Fromm hält Klar für ungefährlich

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, hält Christian Klar nicht mehr für eine Bedrohung: „Derartige Äußerungen hat es, unabhängig von Herrn Klar, immer wieder gegeben“.

Berlin. Trotz der radikalen Kapitalismus-Kritik des RAF-Terroristen Christian Klar glaubt der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, nicht, dass von dem 54-jährigen Langzeit-Häftling noch eine Bedrohung ausgeht. "Derartige Äußerungen hat es, unabhängig von Herrn Klar, immer wieder gegeben", sagte Fromm am Montag der "Netzeitung".

Fromm räumte ein, dass linksextremistisch motivierte Gewalt "immer noch ein Problem" darstelle. Mit Blick auf die Rote Armee Fraktion (RAF) fügte er aber ausdrücklich hinzu, dass dies "nicht mehr in der Ausprägung der 70er bis 90er Jahre" der Fall sei, als die RAF noch aktiv war. "Es gibt keine Belege dafür, dass noch aktionsfähige Reststrukturen der RAF existieren", sagte Fromm. Die Auflösungserklärung der RAF vom März 1998 sei authentisch gewesen. Seine Behörde gehe deshalb davon aus, "dass die RAF als terroristische Gruppierung nicht mehr existent ist".

Der Verfassungsschutz-Präsident sieht denn auch die aktuelle Diskussion über die RAF gelassen. Die Frage, ob zu befürchten sei, dass die Debatte Linksextremisten Auftrieb geben könnte, verneinte Fromm.