Prozess: Bochumer Landgericht fällt Urteil

Lebenslange Haft für Justins Mörder

Der arbeitslose Dachdecker aus Bochum hat seinen sieben Monate alten Stiefsohn mit rund 60 Grad heißem Wasser abgeduscht. Das Kind starb.

Bochum. Wegen Mordes an seinem sieben Monate alten Stiefsohn Justin hat das Bochumer Landgericht einen 29-Jährigen am Montag zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Mutter des Jungen muss wegen Mordes durch Unterlassen für elf Jahre in Haft.

Der arbeitslose Dachdecker aus Bochum hatte das Baby am 17. November 2005 zwei bis drei Minuten lang mit rund 60 Grad heißem Wasser abgeduscht. Knapp 15 Stunden später starb der kleine Justin auf Grund eines Herz-Kreislauf-Versagens an den Folgen der Verbrühungen. Die 23-jährige Mutter hatte erst einen Notarzt gerufen, als das Kind kaum noch atmete. Das Paar hatte versucht, die Verbrennungen des Babys mit Brandsalbe zu behandeln.

Mit seinem Urteil folgte das Schwurgericht unter Vorsitz von Hans-Joachim Mankel den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger hatten Bewährungsstrafen wegen fahrlässiger Tötung gefordert, da die Angeklagten ihren Worten zufolge aus Versehen und nicht vorsätzlich gehandelt haben. Das Paar selbst hatte in dem fast sieben Monate dauernden Prozess von einem Unfall gesprochen.