Skirennfahrerin Götschl gewinnt fünften Abfahrts-Weltcup

Tarvisio/Italien. Die österreichische Skirennfahrerin Renate Götschl hat sich auch von ihren lädierten Knien nicht stoppen lassen und zum fünften Mal den Abfahrts-Weltcup gewonnen. Der 31 Jahre alten "Speed Queen", die sich die Blessuren bei einem Trainingssturz am Donnerstag zugezogen hatte, genügte zum Erfolg im Kampf um die kleine Kristallkugel am Samstag ein zweiter Platz im italienischen Tarvisio. Bei der mit 2991 Metern längsten Abfahrt im Damen-Weltcup setzte sich die Riesenslalom-Olympiasiegerin Julia Mancuso (USA) in 1:52,67 Minuten vor Götschl (+ 0,17 Sekunden) und der Kanadierin Emily Brydon (+ 0,21) durch.

Maria Riesch (Partenkirchen) war auf Platz 19 die beste Deutsche und ist als einzige deutsche Abfahrerin beim Weltcup-Finale Mitte März in Lenzerheide dabei. Die Oberstdorferin Gina Stechert, im Abschlusstraining noch Dritte, belegte bei der Weltcup-Premiere in Tarvisio den 22. Rang. Überschattet wurde das Rennen von einem schweren Sturz der Schweizerin Tamara Wolf. Die 21-Jährige wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Wolf war beim Abtransport bei Bewusstsein, über die Schwere der Verletzung gab es zunächst keine Angaben.

"Wir haben viele Stürze gesehen, das war eines meiner schwersten Rennen", sagte Götschl, die bereits vorzeitig die kleine Kristallkugel im Super-G für sich entschieden hatte. Durch den fünften Erfolg in der Abfahrtswertung zog sie mit dem früheren österreichischen Ski-Ass Franz Klammer gleich. "Die Kugel bedeutet mir sehr viel", sagte die 31-Jährige, die mit Menikus-Beschwerden stark gehandicapt unterwegs war. "Sie hat Schmerzen gehabt, aber sie brauchte das Ergebnis knapp hinter Mancuso. Man konnte in ihren Augen sehen, wie konzentriert sie darauf war", beschrieb Österreichs Alpin- Chef Hans Pum.

In der Gesamtwertung hat Götschl als Vierte mit 1099 Punkten noch Siegchancen. Dort führt Marlies Schild (Österreich) mit 1148 Punkten vor Mancuso (1139) und ihrer Teamkollegin Nicole Hosp (1103).

Nicht zu schlagen war am Samstag Mancuso. "Das ist abgedreht, weil ich in diesem Winter gerade beginne, Rennen zu gewinnen. Einfach großartig", sagte Mancuso nach ihrem vierten Weltcup-Sieg - den ersten hatte sie im Dezember im französischen Val d'Isère eingefahren.