Sicherheit: Innenbehörde gibt Statistik bekannt

Hamburg wird immer sicherer

In der Hansestadt sind im vergangenen Jahr so wenig Straftaten verübt worden wie seit 23 Jahren nicht mehr. Ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit bleibt laut Innensenator Nagel die Jugendkriminalität.

Hamburg. In Hamburg sind im vergangenen Jahr so wenig Straftaten verübt worden wie seit 23 Jahren nicht mehr. Insgesamt registrierte die Polizei 236 547 Straftaten, 8260 oder 3,4 Prozent weniger als 2005, teilte die Innenbehörde am Donnerstag mit. Die Aufklärungsquote sei um 0,8 Punkte auf 47 Prozent gestiegen. Es seien insbesondere weniger Diebstähle, Scheckkartenbetrügereien und Drogendelikte begangen worden. Eine Zunahme um 0,7 Prozent habe es dagegen bei der Gewaltkriminalität gegeben. Sie resultiert laut Innenbehörde vor allem aus dem Anstieg bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung um 210 Fälle oder 4,2 Prozent.

Innensenator Udo Nagel erklärte, "Hamburg ist für unsere Bürger wieder ein gutes Stück sicherer geworden". Er freue sich, dass sich der positive Trend seit 2002 auch im vergangenen Jahr fortgesetzt habe. "Wir haben seit 2001 mehr als 80 000 Straftaten weniger - das sind auch tausende von Opfern weniger." Ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit bleibt laut Nagel die Jugendkriminalität. "Auch wenn ein leichter Rückgang festzustellen ist: Der Anteil der jungen Tatverdächtigen unter 21 Jahren im Bereich der Gewaltkriminalität ist mit etwa 42 Prozent sehr hoch", sagte Nagel.

Insgesamt verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr 8978 Gewalttaten, 62 Delikte oder 0,7 Prozent mehr als 2005. Der Anteil der Gewalttaten an allen Straftaten liege bei 3,8 Prozent. Die Aufklärungsquote sei um 0,3 Punkte auf 62 Prozent gestiegen und sei die höchste seit 1982. Beim Anstieg der schweren Körperverletzung setzt sich nach Einschätzung der Innenbehörde ein bundesweiter Trend in Hamburg fort: Es gebe mehr Taten, aber auch mehr Anzeigen und mehr Polizeikontrollen.

Bei der vorsätzlichen leichten Körperverletzung - Ohrfeigen etwa - sei die Zahl der Straftaten um 9,8 Prozent oder 1307 Fälle gestiegen. Ursachen seien zum einen die Fußball-WM im vergangenen Jahr, zum anderen die gewachsene Anzeigebereitschaft bei Beziehungstaten. Zwei Drittel der weiblichen Opfer waren laut Innenbehörde mit dem mutmaßlichen Täter verwandt oder bekannt. Ebenfalls gestiegen - um 7,3 Prozent oder 1616 Fälle - sei die Zahl der Sachbeschädigungen. Dabei hätten sich vor allem die Beschädigung von Fahrzeugen (plus 3,7 Prozent oder 338 Fälle) und Graffiti-Schmierereien (plus 28,7 Prozent oder 773 Fälle) bemerkbar gemacht.

Rückläufig waren dagegen 2006 die Raubdelikte. Ihre Zahl sei um 4,5 Prozent oder 159 Fälle auf den niedrigsten Stand seit 1989 gefallen. Auch bei den Diebstählen, mit 108 846 Fällen fast die Hälfte aller Straftaten, konnten die Beamten einen Rückgang verzeichnen. Sie seien um 6,7 Prozent oder 7786 Fälle zurückgegangen. Rückläufige Tendenzen seien speziell bei Wohnungseinbrüchen oder Straftaten rund ums Auto erkennbar. Gleiches gelte für Taschen- und Fahrraddiebstähle. Gründe sind laut Innenbehörde gezielte Einsätze der Beamten, die gestiegene Polizeipräsenz in Hamburg insgesamt und die rückläufige Beschaffungskriminalität. Die Zahl der Rauschgiftdelikte selbst sei um 8,9 Prozent oder 1170 Fälle gesunken.

Der Kreditkarten- oder EC-Kartenbetrug sei ebenfalls rückläufig. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben der Innenbehörde 2825 Fälle weniger registriert worden als 2005 (5643 Taten). Das sei ein Rückgang um 33,4 Prozent. Es seien zwar mehr Kredit- und EC-Karten gestohlen als 2005, sie wurden laut Innenbehörde aber in Hamburg seltener betrügerisch zum Einkauf genutzt.