Trotz internationaler Initiative:

USA lehnen Streubomben-Verbot ab

In Oslo hatten sich insgesamt 46 Staaten auf eine gemeinsame Initiative für ein weltweites Verbot besonders gefährlicher Streubomben bis Ende 2008 geeinigt.

Washington/Oslo. Die Position der US-Regierung sei, dass diese Waffen im Arsenal des Militärs bleiben sollten, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums Sean McCormack. Voraussetzung dafür seien aber die richtige Technologie und "richtigen Regeln" für ihren Einsatz. McCormack betonte, dass die USA den vergangenen zehn Jahren etwa eine Milliarde Dollar zur weltweiten Beseitigung von Streubomben ausgegeben hätten.

Der Außenamtssprecher verteidigte auch die Entscheidung, dass die US-Regierung keine Experten zu einem Treffen nach Oslo geschickt hatte. Die USA betrachteten die UN-Konvention für bestimmte konventionelle Waffen als das entscheidende Forum an. Ein entsprechendes Protokoll sei dem US-Senat zur Entscheidung übergeben worden, sagte McCormack.

In Oslo hatten sich insgesamt 46 Staaten auf eine gemeinsame Initiative für ein weltweites Verbot besonders gefährlicher Streubomben bis Ende 2008 geeinigt. Wie zum Abschluss der zweitägigen Konferenz am Freitag mitgeteilt wurde, erhielt die Bundesregierung von den Unterzeichnerländern den Auftrag zur Ausarbeitung eines Verbotstextes.

Streubomben (englisch "Cluster Bomb Units") bestehen aus einem Behälter, der bis zu hunderte kleine Sprengkörper (Bombletten) freisetzt. Nicht explodierte Minibomben bleiben auf dem Boden oder darunter verborgen liegen. Die "versteckten Killer" können noch nach Jahren bei der leisesten Berührung etwa durch spielende Kinder detonieren.

( dpa )