Klinawandel:

Mehrheit würde Glühbirnen-Verbot zustimmen

56 Prozent der Teilnehmer einer Forsa-Umfrage für Gesetzesänderung - Gabriel schlägt EU-Kommission anspruchsvolle Effizienzstandards vor.

Hamburg. Die Mehrheit der Bundesbürger wäre mit einem Verbot von Glühbirnen einverstanden. Dies ermittelte das Forsa-Institut im Auftrag der "Bild am Sonntag". Danach würden 56 Prozent einem Verbot zustimmen, 38 Prozent wären dagegen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will Glühbirnen von den europäischen Märkten verdrängen. "Der Standort Europa kann sich eigentlich keine Produkte mehr leisten, die wie herkömmliche Glühbirnen einen Effizienzgrad von nur fünf Prozent aufweisen", zitierte die Zeitung aus einem Brief an EU-Umweltkommissar Stavros Dimas.

Studien zufolge gebe es für Europa "ein CO2-Verminderungspotenzial von etwa 25 Millionen Tonnen pro Jahr, das durch die Umstellung von herkömmlichen Glühbirnen auf Energiesparlampen in Haushalten und im Dienstleistungssektor erreicht werden kann", schrieb der Minister. Er schlug vor, europäische Standards über die so genannte Richtlinie für das Öko-Design vorzuschreiben. Hier sollten anspruchsvolle Effizienzkriterien für Lampen festgeschrieben werden, die sich an den besten Produkten am Markt orientieren sollten.

Anfang der Woche war ein Plan der australischen Regierung bekannt geworden, wonach herkömmliche Glühbirnen bis 2010 wegen Energieverschwendungen verboten werden sollen. Nach der Forsa-Umfrage ist die Zustimmung für ein Glühbirnen-Verbot unter Anhängern der Linkspartei am größten (77 Prozent), das geringste Verständnis haben unionsnahe Bürger (48 Prozent). Die Ergebnisse der Befragung sind repräsentativ.

( AP )