Verbrechen vor der Aufklärung?

Neunjähriger aus Leipzig getötet

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Drei Tage nach seinem Verschwinden war der kleine Mitja am Sonnabend tot in einer Kleingartenanlage am Rand der Stadt entdeckt worden. Jetzt verfolgt die Polizei eine heiße Spur.

Leipzig. Der seit Donnerstag vermisste neunjährige Mitja aus Leipzig ist tot. Die Polizei verfolgte am Sonntag eine heiße Spur: "Wir haben einen konkreten Verdächtigen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz. Die Veröffentlichung eines Fahndungsfotos brachten den Ermittlern den entscheidenden Hinweis. Auf dem Bild einer Überwachungskamera war der Junge neben einem fremden Mann in einer Straßenbahn zu sehen.

Berichte des Nachrichtensenders N24, wonach es sich dabei um den Besitzer der Laube, in der die Leiche des Jungen entdeckt wurde, handelt, wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht kommentieren. Dem Bericht zufolge habe ein Gartennachbar den Mann auf dem Foto identifiziert. Der Gesuchte sei bisher nicht festgenommen worden. "Die Suche läuft noch", sagte Schulz.

Der Neunjährige war auf dem Weg von einem Hort nach Hause verschwunden. Der blonde Junge galt als aufgeweckt und kontaktfreudig. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war er am Donnerstag in die Straßenbahn eingestiegen, aber an seiner Zielhaltestelle vorbeigefahren.

Zeugen sahen ihn zuletzt lebend vor einer Bäckerei, drei Stationen von seinem Zuhause entfernt. Dort war Mitja in Begleitung eines Mannes gesehen worden. Die sofort ausgelöste Suche mit einem Hubschrauber und Spürhunden blieb erfolglos. Die Laube, in der der Leichnam des Kindes gefunden wurde, ist nur wenige Meter von der Bäckerei und dem Wohnhaus des Tatverdächtigen entfernt.

Am Sonntag wurden am Fundort und im Haus des Verdächtigen Spuren gesichert. Die Leiche wurde im rechtsmedizinischen Institut obduziert. Offen war, ob der Junge missbraucht und wie er getötet wurde.

Die Nachricht vom Tod des Kindes löste Entsetzen aus. Anwohner stellten Plüschtiere vor das Haus der Eltern. Auf einem Kinderbild stand: "Wir trauern um Mitja". "Das so etwas hier bei uns passiert, war unvorstellbar", sagte ein älteres Ehepaar.

( dpa )