Gewalt und Verletzte

Proteste gegen Opernball

Sachschäden, verletzte Polizisten und Passanten - etwa 100 Festnahmen.

Frankfurt/Main. Bei Protesten gegen den Frankfurter Opernball am Sonnabend ist es wie schon in den Vorjahren zu Ausschreitungen gekommen. Linksgerichtete Demonstranten warfen Pflastersteine und Flaschen. Dabei wurden nach Polizeiangaben zwei Polizisten und vermutlich auch Passanten leicht verletzt, Polizeifahrzeuge wurden beschädigt. Etwa 100 Randalierer kamen in Gewahrsam, drei von ihnen wurden festgenommen. "Es war aber bei weitem nicht so schlimm wie letztes Jahr", sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Die gut 2200 Gäste des Balles in der Alten Oper feierten von den Protesten weitgehend unbehelligt bis in die Nacht.

Die zahlenden Gäste mussten für den Deutschen Opernball pro Karte 130 bis 655 Euro aufbringen. Zu den Stargästen des Abends gehörten die britische Popsängerin Kim Wilde und die italienische Schauspielerin Ornella Muti.

Dem diesjährigen Motto des Balls "Das Leben ist schön - es lebe das Leben" hatten die Demonstranten den Spruch "Her mit dem schönen Leben" entgegen gestellt und gegen Bildungs- und Sozialabbau protestiert. Die Polizei habe die Teilnehmer mit Schlagstöcken, Hunden und Pfefferspray angegriffen, berichteten die Organisatoren. Die Polizei gab die Zahl der Demonstranten mit 500 an, die Veranstalter sprachen von gut 1000.

Die Demonstranten waren am Nachmittag zunächst friedlich vom Hauptbahnhof in die Innenstadt gezogen. Gegen 18.00 Uhr kam es nach Polizeiangaben zu ersten Auseinandersetzungen. Daraufhin sei die Demonstration von der Veranstaltungsleiterin für beendet erklärt worden. Im Anschluss daran seien etwa 200 Teilnehmer randalierend durch die Innenstadt gezogen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren war es nach dem Protestzug gegen den Opernball zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen linksgerichteten Demonstranten und der Polizei gekommen.

( dpa/abendblatt.de )