Doppelsieg in Doppelverfolgung: Teichmann und Angerer glänzen in Sapporo

Ein triumphaler Doppelsieg in der Doppelverfolgung der Skilangläufer durch Axel Teichmann und Tobias Angerer hat heute den Auftakt der Distanzrennen bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Sapporo überstrahlt.

Sapporo. Ein triumphaler Doppelsieg in der Doppelverfolgung der Skilangläufer durch Axel Teichmann und Tobias Angerer hat am Samstag den Auftakt der Distanzrennen bei den nordischen Ski- Weltmeisterschaften in Sapporo überstrahlt. Nur 24 Stunden nach dem enttäuschenden vierten Platz im Team-Sprint sorgte das Duo für die Medaillen drei und vier des DSV-Teams, das im Skispringen nach dem Mittelfußbruch von Michael Uhrmann erwartungsgemäß keine Chancen auf Edelmetall besaß. Dafür feierte mit dem Schweizer Simon Ammann der Doppel-Olympiasieger von Salt Lake City ein bemerkenswertes Comeback auf dem Siegerpodest. Er setzte sich vor dem Finnen Harri Olli und Roar Ljökelsöy aus Norwegen durch, während der Oberhofer Jörg Ritzerfeld als 15. bester der vier gestarteten Deutschen war.

"Wir hatten die Absicht, es besser zu machen als im Team-Sprint. So sind wir in den Tag gegangen und wir haben es besser gemacht", sagte Teichmann, der nach 2003 seinen zweiten Einzeltitel bei einer WM gewann und damit auch die seit damals anhaltende Leidenszeit mit Verletzungs- und Krankheitsausfällen besonders bei Großereignissen beendete. Gemeinsam mit dem am Ende Viertplatzierten Jens Filbrich und Rene Sommerfeldt kontrollierten er und Angerer das Feld und verunsicherten mit ihrer ständigen Präsenz in der Spitzengruppe auch die Konkurrenz.

"Ich bin von vorn gegangen, weil ich mich gut fühlte und ich dachte, ich bin stark genug, das Rennen zu gewinnen. Doch Axel war noch einen Tick stärker", sagte Tour de Ski-Sieger Angerer ohne Neid nach dem Spurt, der erst auf der Ziellinie entschieden war. "Ich freue mich über Axels Medaille mehr als über meine. Es gibt wohl keinen im Feld, der Axel diesen Erfolg nicht gönnt." Die Freunde lagen sich im Ziel in den Armen, wurden vom gesamten Team samt Sportdirektor Thomas Pfüller mit Sprechchören gefeiert.

Die Skispringer dagegen hatten wenig zu lachen. Ritzerfelds 15. Rang war noch das Beste. Martin Schmitt belegte einen enttäuschenden 30. Platz. "Was ich hier gezeigt habe, ist völlig indiskutabel. Mit den Bedingungen hatte das nichts zu tun", bemerkte der viermalige Titelträger. Stephan Hocke und WM-Debütant Tobias Bogner, der Vorletzter wurde, hatten sich nicht für das Finale der besten 30 qualifiziert. "Er wurde hier durchgemischt, und die Etablierten haben auch nicht hundertprozentig überzeugt. Wir können mehr", sagte Rohwein, der nun seine Athleten für den Team-Wettbewerb am Sonntag schnellstens neu motivieren muss.

Völlig frustriert war Olympiasieger Georg Hettich, nachdem er von Bundestrainer Hermann Weinbuch nach dem Sprint auch nicht für den Team-Wettbewerb am Sonntag nominiert wurde. Dabei hatte sich der Athlet aus Schonach-Rohrhardsberg im Training erstmals seit langem wieder mit weiten Sprüngen hervorgetan. "Wir waren uns nicht sicher, ob Georg schon wieder so konstant ist oder seine Trainingssprünge nur ein positiver Ausrutscher waren. Zumal er läuferisch nicht der Stärkste ist", begründete Weinbuch die Entscheidung.

Neben den Gesetzten Björn Kircheisen, Ronny Ackermann und Tino Edelmann geht nun am Sonntag Sebastian Haseney an den Start. Der Zella-Mehliser konnte zwar erneut im Springen nicht überzeugen, gilt aber als einer der besten Läufer im Feld.