Neun Festnahmen beim Aufmarsch von Rechtsextremisten

Rund 1500 Demonstranten sind am Samstag in Augsburg einem Aufruf des Bündnis "Vielfalt statt Einfalt" gefolgt, gegen einen Aufmarsch von Neonazis zu demonstrieren.

Augsburg. Rund 1500 Demonstranten sind am Samstag in Augsburg einem Aufruf des Bündnis "Vielfalt statt Einfalt" gefolgt, gegen einen Aufmarsch von Neonazis zu demonstrieren. An dem Aufmarsch der so genannten "Nationalen Opposition", die der NPD nahe stehe, beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 100 Menschen. Mehrere hundert Polizisten waren im Einsatz, um ein Aufeinanderprallen der beiden Demonstrationszüge zu verhindern. Neun Demonstranten wurden wegen Waffenbesitzes und Körperverletzung vorläufig festgenommen. Die Lage sei ansonsten aber ruhig geblieben, teilte die Polizei in Augsburg mit.

Die Rechtsextremisten wollten mit dem Aufmarsch an den Jahrestag des Bombenangriffs auf Augsburg 1944 erinnern. Die Stadt Augsburg hatte gegen die Veranstaltung geklagt, die Beschwerde war jedoch vom bayerischen Verwaltungsgerichtshof abgewiesen worden. Das Bündnis "Vielfalt gegen Einfalt", ein Zusammenschluss verschiedener demokratischer Organisationen und Vereine, rief daraufhin zur Gegendemonstration auf.

Auch in Nürnberg protestierten am Freitagabend rund 25 Demonstranten gegen einen Aufmarsch von Neonazis. Diese wollten nach Polizeiangaben vom Samstag an einer Demonstration einer rechtsextremistischen Organisation im oberfränkischen Gräfenberg (Landkreis Forchheim) teilnehmen. Die Gegendemonstranten hinderten sie jedoch daran, in den Zug zu steigen. Daraufhin stellten sich die Nazis vor den Zug und blockierten das Gleis. Rund 30 Polizisten gelang es, die beiden Parteien zu trennen. Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen.