Power 8: Bekanntgabe bis zum 9. März - Spekulationen:

Baut Airbus in Deutschland 3700 Arbeitsplätze ab?

Am härtesten soll es nach Medienberichten die Werke in Varel und Nordenham mit 3500 Beschäftigten treffen. Bestandsgarantie für Hamburg, Bremen und Stade. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Volker Kröning bestätigt die Befürchtungen.

Bremen/München. Die Spekulationen um die Zukunft der Airbus-Standorte dauern an. Vom Airbus-Sanierungsprogramm "Power 8" sollen nach einem Bericht des Bremer "Weser Kuriers" 3700 Mitarbeiter in Deutschland betroffen sein. Am härtesten werde es die Werke in Varel und Nordenham mit 3500 Beschäftigten treffen. Sie sollten verkauft werden. Für die Werke in Hamburg, Bremen und Stade wolle Airbus eine Bestandsgarantie geben. Das Blatt beruft sich auf Koalitionskreise.

Ein EADS-Sprecher sagte am Donnerstag der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS werde seine Entscheidung über das Sanierungsprogramm "Power8" für die Tochter Airbus bis zum 9. März bekannt geben. "Der EADS-Aufsichtsrat wird seine Entscheidung Ende Februar treffen". Damit soll die Entscheidung noch vor der Veröffentlichung der Jahresbilanz des Konzerns am 9. März fallen.

Ursprünglich hätte das Airbus-Sparprogramm am 20. Februar veröfftentlicht werden sollen. Doch wegen strittiger Fragen um die Airbus-Standorte hatte EADS die Bekanntgabe verschoben.

Demnach soll die Entscheidung der EADS-Führung voraussichtlich schon an diesem Wochenende fallen, unmittelbar nach dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Jacques Chirac. Merkel und Chirac werden sich beim Routinegipfel am Freitag im brandenburgischen Meseberg nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag) mit dem Thema befassen.

Dem Vernehmen nach haben Merkel und Chirac vereinbart, bei dem bevorstehenden Treffen alle technischen Details aus der Diskussion auszuklammern. Stattdessen wollten sie sich darum bemühen, "die Emotionen aus der Debatte herauszunehmen" und die bisherigen großen Erfolge des deutsch-französischen Gemeinschaftsprojektes hervorzuheben.

Der Bremer SPD-Bundestagsabgeordnete Volker Kröning hat Medienberichte über konkrete Zahlen beim Airbus-Stellenabbau im Grundsatz bestätigt. Aus dem Umfeld der politischen und industriellen Spitzen sei zu erfahren, dass sich eine klare Tendenz verfestige, sagte Kröning. Demnach sollen in Deutschland tatsächlich rund 3700 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Die genaue Verteilung sei ebenso noch im Fluss wie der Zeitraum des Stellenabbaus, sagte der SPD-Politiker. Als sicher gelte allein die Bestandsgarantie für die Standorte Hamburg, Bremen und Stade. Ein offenes Geheimnis sei, dass es primär um den Verkauf der Werke in Nordenham und Varel in Niedersachsen gehe. Die Stellen sollten teils durch Outsourcing und Arbeitsplatzverlagerung an Zulieferer wegfallen, sagte Kröning. Ein Teil solle mit Hilfe von Sozialplänen im Rahmen von vier bis fünf Jahren abgebaut werden.

Im Raum stehe eine Gesamtzahl von 10 000 Arbeitsplätzen, sagte Kröning. Nach seinem Kenntnisstand sollen die meisten Stellen, etwa 4300, in Frankreich wegfallen. "Die Zahlen für Spanien und England schwanken und auch noch leicht die für Frankreich und Deutschland", sagte Kröning. Der "Weser-Kurier" hatte am Donnerstag je 1000 bedrohte Arbeitsplätze für Spanien und Großbritannien genannt.

Bislang beharre die Konzernspitze öffentlich darauf, dass über Zahlen nicht entschieden sei, sagte Kröning. "Ich bin nicht dafür, dass man irgendjemanden betuppt, und schon gar nicht die Betroffenen", sagte Kröning.