Staatsanwaltschaft sucht nach der Ursache für den Tod eines BND-Beamten

München. Der Tod eines hochrangigen BND-Beamten, der als wichtiger Zeuge für den BND-Untersuchungsausschuss galt, gibt der Staatsanwaltschaft München Rätsel auf. Der Mann sei Ende vergangenen Jahres in einer Klinik gestorben, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Samstag in München. Auf Wunsch der Angehörigen habe die Staatsanwaltschaft ein Verfahren zur Todesermittlung eingeleitet. Winkler bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Berliner Zeitung".

Die Familie habe zunächst befürchtet, dass der Mann durch einen ärztlichen Kunstfehler gestorben sei. Im Laufe der Ermittlungen hätten sich die Angehörigen auch noch daran erinnert, dass der Mann einmal erwähnt habe, er sei möglicherweise vergiftet worden. "Derzeit gibt es aber keine Hinweise darauf", sagte Winkler.

Endgültige Klarheit soll ein toxikologisches Gutachten bringen, das bereits in Auftrag gegeben wurde. Dabei werde auch nach Giftspuren gesucht, unter anderem auf nukleare Stoffe wie Polonium. Mit diesem Stoff war im vergangenen Jahr der russische Ex-Agent Alexander Litwinenko ermordet worden. Mit den Ergebnissen des Gutachtens sei erst in einigen Wochen zu rechnen, sagte Winkler.

Der im Alter von 57 Jahren gestorbene BND-Beamte hatte nach dem Bericht der "Berliner Zeitung" zwischen 1998 und 2002 die BND- Sicherheitsabteilung geleitet. In dieser Funktion habe er die rechtswidrige Bespitzelung von Journalisten durch den Geheimdienst verantwortet. Ab 2003 sei er im BND für die Zusammenarbeit mit Partnerdiensten zuständig gewesen, hauptsächlich mit den US- Geheimdiensten.