Mindestens 15 Tote bei Selbstmordanschlag in Pakistan

Bei einem Selbstmordanschlag in Pakistan sind am Samstag mindestens 15 Menschen getötet und weitere 25 zum Teil lebensgefährlich verletzt worden.

Islamabad. Bei einem Selbstmordanschlag in einem Gericht in Quetta im Südwesten Pakistans sind am Samstag mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 25 Menschen wurden dabei verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich, berichtete die Polizei. Der Attentäter habe seinen Sprengsatz in einem Saal des Bezirksgerichts gezündet. Unter den Toten sind ein Richter und mindestens zwei Anwälte.

Ein Gebäude des Justizkomplexes wurde durch die Wucht der Detonation zerstört. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. "Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass es ein Selbstmordanschlag war", sagte der regionale Polizeichef Tariq Khosa im Fernsehen. Vom Körper des Attentäters sei lediglich der Schädel gefunden worden.

Präsident Pervez Musharraf und Ministerpräsident Shaukat Aziz bedauerten den "tragischen Zwischenfall". "Dieser Angriff ist gegen unsere Religion und gegen die Menschlichkeit", sagte Aziz. Die Regierung werde sich durch dieses Attentat nicht in ihrem Kampf gegen den Terrorismus beirren lassen.

Quetta ist die Hauptstadt der Provinz Belutschistan, die an Afghanistan grenzt. In der Provinz streben Stämme nach mehr Unabhängigkeit von der Zentralregierung in Islamabad. In den vergangenen Monaten wurde die Stadt von mehreren Anschlägen erschüttert, nachdem Regierungssoldaten im August einen der Rebellenführer erschossen hatten. Zuletzt starben vor drei Wochen über 30 Menschen bei einer Serie von Anschlägen.