Siemens-Affäre: Justiz prüft Beraterverträge

Dubiose Verbindung zwischen Siemens und Gewerkschaftschef

Laut Presseberichten hat Siemens millionenschwere Beraterverträge abgeschlossen – ohne Gegenleistung.

Hamburg/München. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg hat Presseberichten zufolge die Verbindung zwischen dem Siemens-Konzern und einem Gewerkschaftschef ins Visier genommen. Bei Durchsuchungen in Konzernstandorten am Mittwoch sei es um "dubiose Zahlungsvorgänge und Vertragsverhältnisse zwischen dem Konzern und Firmen" gegangen, die dem Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) gehörten, berichtete der "Spiegel" am Donnerstag in seiner Online-Ausgabe.

Laut "Focus" soll der AUB-Vorsitzende Wilhelm Schelsky millionenschwere Beraterverträge mit Siemens abgeschlossen haben, denen keine entsprechende Gegenleistungen gegenübergestanden haben sollen. Der Gewerkschafter erstellte "Focus" zufolge laut seinen Verträgen seit dem Jahr 2001 Rechtsgutachten für Siemens, beriet das Unternehmen arbeitsrechtlich und schulte Konzern-Mitarbeiter. Dafür soll er demnach über die Jahre einen zweistelligen Millionenbetrag erhalten haben.

Erst Ende des vergangenen Jahres habe der Konzern die Beraterverträge aufgelöst und seitdem intern untersucht. Unter Schelskys Führung stieg die Mitgliederzahl der AUB laut "Spiegel" auf über 30.000 Beitragszahler. Mit rund 19.000 Betriebsräten sei die Organisation in zahlreichen deutschen Unternehmen vertreten, darunter auch bei Siemens. Die AUB gilt demnach als wenig streikfreudig und auffällig zahm.

( afp )