Sorge vor Umweltkatastrophe in der Antarktis nach Brand auf Walfänger

In der Antarktis ist ein japanisches Walfangschiff in Brand geraten. Die neuseeländische Regierung befürchtet eine Umweltkatastrophe.

Wellington. An Bord sind etwa 1000 Tonnen Öl und Chemikalien. Eine Säuberungsaktion wäre schwierig: Von Neuseeland aus braucht ein Schiff sechseinhalb Tage, um den Unglücksort zu erreichen. "Die Situation ist ernst", sagte der neuseeländische Umweltminister Chris Carter am Donnerstag.

Die "Nisshin Maru", Mutterschiff der umstrittenen japanischen Walfangflotte, trieb am frühen Abend etwa 100 Seemeilen vor der Küste der Antarktis mit Schlagseite im Wasser. Matrosen hatten jede Menge Wasser an Bord gepumpt, um die Flammen zu löschen. Ob der Motor wieder in Gang zu bringen sei, damit das Schiff aus eigener Kraft in einen Hafen fahren kann, war nach Angaben von Carter noch unklar.

Der Brand war in den frühen Morgenstunden ausgebrochen. Die meisten der 161 Besatzungsmitglieder wurden von drei Beibooten aufgenommen, eine Rumpfcrew blieb an Bord, um die Flammen zu bekämpfen. Ein 27-jähriger Seemann wird vermisst. Die Ursache des Brandes ist bislang unbekannt. Behörden bestätigten keine Gerüchte über eine Explosion an Bord.

Die neuseeländische Regierung geht davon aus, dass der Brand nicht von Tierschützern verursacht wurde, die die Walfangboote wochenlang verfolgt, teilweise angegriffen und behindert hatten. Vor einer Woche hatten Aktivisten der Umweltorganisation "Sea Shepherd" eine stinkende Säure auf das Deck der "Nisshin Maru" gesprüht. Nach japanischen Angaben waren dabei zwei Besatzungsmitglieder leicht verletzt worden.

( dpa )