HSV-Krise: Vereinsführung mit Bekenntnis

Beiersdorfer bleibt Sportdirektor

Trotz heftigster Kritik von Aufsichtsrat Willi Schulz behält Doll-Intimus Dietmar Beiersdorfer seinen Job. Vorstandschef Bernd Hoffmann will sogar im Fall des Abstiegs weitermachen. Und falls es doch ganz dicke kommt: Hoffmann hat schon einen „Plan B“ für die zweite Liga.

Hamburg. Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer darf trotz heftiger Kritik an seiner Person vorerst beim Hamburger SV bleiben. "Natürlich sind in der Vergangenheit Fehler gemacht worden. Aber wir werden Beiersdorfer weder entlassen, noch ist bei unserer Tagung darüber diskutiert worden. Wir wollen mit ihm weitermachen", sagte Horst Becker, neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates, der "Bild"- Zeitung (Montag-Ausgabe). Ex-Nationalspieler und Aufsichtsrat Willi Schulz hatte zuvor auf eine baldige Ablösung von Beiersdorfer gedrängt.

Nach dem Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden Udo Bandow aus gesundheitlichen Gründen hatte das Kontrollgremium vor dem 3:0- Heimsieg gegen Dortmund eineinhalb Tage zusammengesessen. "Das Thema wird auch bei der nächsten Sitzung nicht auf der Tagesordnung stehen", sagt Becker, der dem Sportchef die Entscheidung vor der Mitgliederversammlung am Montagabend mitteilte. Vorstandschef Bernd Hoffmann will auch im Fall des Abstiegs weitermachen. "Ich habe zu keiner Sekunde an Rücktritt gedacht. Wir haben eine Verantwortung im Vorstand, den Verein auch durch eine Krise zu führen. Selbstverständlich würde ich auch anbieten, die Suppe auszulöffeln", sagte Hoffmann dem Hörfunksender NDR 90,3.

Für den Fall der Zweitklassigkeit sei bereits ein "Plan B" erstellt worden, wobei der Erhalt einer konkurrenzfähigen Mannschaft oberste Priorität habe. Ebenso wichtig sei die Sicherung der mehr als hundert Arbeitsplätze beim HSV. "Huub Stevens ist zur richtigen Zeit gekommen. Wir werden mit ihm die Klasse halten", sagte Hoffmann, für den die "Abstiegsversicherung die unglaubliche Treue der Hamburger ist".