Höchster Gewinn seit 2000:

Commerzbank beendet Jahr mit Rekordergebnis

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Die Deutsche Bank hat Anfang Februar vorgelegt, die Commerzbank wird es kommende Woche wohl nachmachen: Nach dem Branchenprimus wird auch die Nummer zwei im deutschen Bankenmarkt nach Einschätzung von Analysten für 2006 ein Rekordergebnis ausweisen.

Frankfurt. Zwei wesentliche Faktoren sind dafür verantwortlich: Der Boom an den Kapitalmärkten, der das Handelsergebnis kräftig nach oben getrieben hat, und die - nach Anlaufschwierigkeiten abgeschlossene - Integration des übernommenen Immobilienfinanzierers Eurohypo. Außerdem profitierte die Commerzbank nicht zuletzt auch von einigen Sondererlösen, etwa aus dem Verkauf der Beteiligung an der koreanischen Bank KEB.

Dennoch bleibt das Institut noch weit entfernt vom Branchenprimus Deutsche Bank. Die verdiente im vergangenen Jahr rund sechs Milliarden Euro, bei der halb so großen Commerzbank dürfte unter dem Strich ein Viertel davon stehen. Von Reuters befragte Analysten erwarten für 2006 im Schnitt einen Überschuss von 1,62 Milliarden Euro - fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr und so viel wie noch nie. Den bislang höchsten Gewinn hatte das Institut im Jahr 2000 mit gut 1,34 Milliarden Euro eingefahren.

Nachdem die Commerzbank alte Lasten abgeworfen hat, kam sie zuletzt immer besser in Fahrt. Das zeigt die Entwicklung im Schlussquartal, in dem das Geldhaus seine Risikovorsorge deutlich reduzieren konnte. Im dritten Quartal musste die Bank nach der Übernahme der Eurohypo noch fast 300 Millionen Euro zusätzlich für faule Kredite auf die Seite legen, was damals das Ergebnis verhagelte. Auch die jüngsten Kostensenkungen - unter anderem durch den Abbau von Arbeitsplätzen - machen sich inzwischen bemerkbar. "Der Konzernumbau der Vergangenheit trägt Früchte", sagt Analyst Andreas Weese von der HVB.

Das Jahr 2007 könnte für die Commerzbank weitere wichtige Weichenstellungen bringen. Mischt sie doch mit beim zur Zeit wohl interessantesten Bietergefecht im deutschen Bankenmarkt: Die Landesbank Berlin (LBB) steht zum Verkauf. "Ich glaube, dass die Commerzbank ernsthafte Chancen hat", sagt Konrad Becker von Merck Finck. Auch den in Branchenkreisen geschätzten Kaufpreis von fünf bis sechs Milliarden Euro könne die Bank stemmen, allerdings nur über eine Kapitalerhöhung. Die Übernahme der Eurohypo vor rund einem Jahr ließ sich die Commerzbank 4,5 Milliarden Euro kosten. "Wenn sie den Zuschlag für die LBB bekommt, wäre das eine deutliche Stärkung der Bank", urteilt Becker. Es wäre die Chance, den relativ geringen Anteil im Privatkundenmarkt von 2,5 Prozent aufzustocken. Bei der LBB und der dazu gehörigen Sparkasse ist jeder zweite Berliner Kunde.