Steinmeier warnt vor atomarem Wettrüsten

Rede auf Münchner Sicherheitskonferenz: Sorge um Verschärfung der Lage im Nahen und Mittleren Osten.

München. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat vor einem neuen atomaren Wettrüsten gewarnt. Der SPD-Politiker sagte auf der Münchner Sicherheitskonferenz am Sonntag, man müsse atomare Schwellenländer vom "Spiel mit nuklearen Optionen fernhalten, oder wir erleben eine neue Runde nuklearen Wettrüstens". In diesem Zusammenhang forderte er auch eine baldige Lösung im Atomstreit mit dem Iran.

Steinmeier sagte, es erfordere nachdrückliche Bemühungen, potenzielle Kernwaffenstaaten vom Schritt in die nukleare Aufrüstung abzuhalten. Der SPD-Politiker nannte die internationalen Atomgespräche mit Nordkorea in dieser Hinsicht ermutigend und würdigte besonders das Engagement des neuen US-Verteidigungsministers Robert Gates.

Die Bemühungen um eine Lösung des Atomstreits mit dem Iran werde bestimmt von der Sorge um die Verschärfung der Lage im Nahen und Mittleren Osten, sagte Steinmeier. Zu dem Streit um das Atomprogramm des Irans sollte am Sonntag auch der iranische Atom-Unterhändler Ali Laridschani sprechen.

Steinmeier betonte, auch die Staaten, die bereits über Atomwaffen verfügen, stünden in der Pflicht, ein neues atomares Wettrüsten zu verhindern. So seien neue Ideen zur Kontrolle des Brennstoffkreislaufs erforderlich.

Wie zuvor bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrich auch Steinmeier die zentrale Rolle, die der Klimawandel und die Verknappung der Rohstoffe langfristig für die internationale Sicherheit bedeute. Die Folgen der Globalisierung müssten aber kooperativ und nicht durch Konfrontation gelöst werden, forderte der Außenminister: "Wir müssen lernen über kulturelle Trennlinien hinweg die Folgen der Globalisierung zu gestalten."