Ein Toter:

Norovirus in Hamburger Altenpflegeheim

15 bis 20 Heimbewohner erkrankten in den vergangenen Tagen.

Hamburg. In einem Hamburger Altenheim ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde das hochansteckende Norovirus festgestellt worden. Wie Behördensprecher Hartmut Stienen am Sonntag mitteilte, starb am Wochenende ein Bewohner der Einrichtung. "Es ist aber noch nicht bekannt, ob der Mann tatsächlich der Magen-Darm-Krankheit zum Opfer gefallen ist", sagte er. Ein Amtsarzt habe den Ausbruch des Virus festgestellt und sofort seuchenhygienische Maßnahmen eingeleitet.

In den vergangenen Tagen seien rund 15 bis 20 Bewohner des Heims erkrankt und in eine Klinik gebracht worden. Unklar ist noch, ob sie sich auch mit dem Virus infiziert haben, erklärte Stienen. Alle betroffenen Heimbewohner hätten bereits andere, teils schwere Erkrankungen gehabt.

Das Virus hat sich in den vergangenen Wochen epidemieartig in Deutschland verbreitet. Seit Oktober vergangenen Jahres hat das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) bereits 46 700 Erkrankungen registriert, vermutlich gibt es noch zahlreiche nicht gemeldete Fälle. Das RKI rechnet in diesem Jahr mit einem neuen Höchststand von Norovirus-Infektionen in Deutschland.

In den Jahren 2005 und 2006 starben in Deutschland insgesamt 31 Menschen an diesen Infektionen. Darunter waren 24 Patienten über 80, sechs weitere waren mindestens 67 Jahre alt. Ein Opfer war ein Säugling. Damit spielt die Krankheit in der Statistik gefährlicher Infektionskrankheiten nur eine kleine Rolle.