Kino: 57. Berlinale eröffnet am Donnerstagabend

Berlin sagt "Film ab"

Startschuss für das Bären-Rennen: Zum Auftakt des zehntägigen Festivals wird der französische Beitrag „La Vie en Rose“ über das Leben der Sängerin Edith Piaf gezeigt. Auch zwei deutsche Filme sind nominiert.

Berlin. Startschuss für das Bären-Rennen: Im Berlinale- Palast am Potsdamer Platz werden am Donnerstagabend die 57. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet. Zum Auftakt des zehntägigen Festivals wird der französische Wettbewerbsbeitrag "La Vie en Rose" über das Leben der Sängerin Edith Piaf gezeigt. Der Film von Regisseur Olivier Dahan ist einer von insgesamt 22 Filmen aus aller Welt, die um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren. Die Deutschen sind mit Christian Petzolds "Yella" mit Nina Hoss sowie Stefan Ruzowitzkys "Die Fälscher" mit August Diehl dabei. In verschiedenen Programmreihen zeigt die Berlinale dieses Mal insgesamt 400 Regiearbeiten, darunter allein 100 Weltpremieren.

Filmprominenz aus ganz Europa Zu dem neben Cannes und Venedig bedeutendsten Filmfestival der Welt reist Filmprominenz aus ganz Europa und Hollywood an. Die Riege der US-Stars ist mit Clint Eastwood, Robert De Niro, Jennifer Lopez, Matt Damon, Cate Blanchett und Antonio Banderas vertreten. De Niro zeigt mit dem CIA-Thriller "Der gute Hirte" seine zweite Regiearbeit. Eastwood stellt das Kriegsdrama "Letters from Iwo Jima" vor - den zweiten Teil seines Doppelprojekts über die amerikanisch-japanischen Kämpfe im Pazifik 1945. Steven Soderbergh präsentiert "The Good German" mit George Clooney als US-Journalist. Sharon Stone ist in Ryan Esslingers "When A Man Falls In The Forest" zu sehen.

Jennifer Lopez und Antonio Banderas spielen in "Bordertown" von Gregory Nava, einem auf wahren Begebenheiten basierenden Film über eine unaufgeklärte Mordserie an der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Judi Dench und Cate Blanchett kommen mit der britischen Produktion "Tagebuch eines Skandals" (Regie Richard Eyre) über eine unerfüllte Frauenliebe. Die meisten Wettbewerbsfilme schickt neben den USA das Filmland Frankreich ins Rennen. Gezeigt werden die neuen Regiearbeiten von Francois Ozon, Jacques Rivette und Andre Techine.

Nur zwei deutsche Filme mit Chancen Nach vier deutschen Wettbewerbsbeiträgen im vergangenen Jahr, haben dieses Mal nur zwei heimische Produktionen Bären-Chancen. Petzold ("Gespenster") schildert in "Yella" das Leben einer jungen Frau aus Brandenburg (Nina Hoss), die nach zerrütteter Ehe eine Stelle im Westen annimmt. Der österreichische Regisseur Ruzowitzky ist mit dem in Potsdam-Babelsberg gedrehten Film "Die Fälscher" dabei, der die wenig bekannte Geschichte einer von den Nazis im KZ Sachsenhausen eingerichteten Fälscherwerkstatt erzählt.

Vorsitzender der Internationalen Jury ist US-Regisseur Paul Schrader ("Ein Mann für gewisse Stunden"). Dem siebenköpfigen Gremium gehören unter anderem auch die Schauspieler Willem Dafoe und Mario Adorf an. Den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk erhält der 84- jährige US-Regisseur Arthur Penn ("Bonnie und Clyde"). Zur traditionellen Filmgala "Cinema for Peace" am 12. Februar werden Stargäste wie Richard Gere, Bianca Jagger und Bob Geldof erwartet. Bei der Benefizveranstaltung wird Geld für Kinder in der Krisenregion Darfur sowie tibetische Flüchtlinge gesammelt.

In einer Weltpremiere am 11. Februar zeigt die Berlinale einen Dokumentarfilm über den Holocaust-Überlebenden und "Nazi-Jäger" Simon Wiesenthal. Mit Hollywoodstar Nicole Kidman als Sprecherin macht der US-Film "I Have Never Forgotten You The Life and Legacy of Simon Wiesenthal" des Amerikaners Richard Trank Biografie und Vermächtnis des im Jahr 2005 Verstorbenen zum Thema. (Internet: www.berlinale.de)