Hamburg: Polizei jagt Kindesentführer

5000 Euro Kopfgeld

Insgesamt könnte der noch unbekannte Kidnapper schon drei Schulkinder überfallen haben. Zuletzt schlug er vergangene Woche in Winterhude zu. Seither suchen verdeckte Ermittler nach dem Mann - bislang ohne Erfolg. Jetzt setzt die Polizei 5000 Euro Kopfgeld aus.

Hamburg. Bei seiner jüngsten Tat versuchte der Mann am vergangenen Mittwoch, ein neun Jahre altes Schulkind in sein Auto zu zerren. Die kleine Sarah war nach Schulschluss in der Gottschedstraße gerade auf dem Weg nach Hause, als der Täter zuschlug. Nur dem beherzten Eingreifen eines anderen Mädchens ist es vermutlich zu verdanken, dass der Mann von seinem Plan abließ und flüchtete.

Derzeit prüfen die Ermittler, ob auch noch zwei weitere Übergriffe auf das Konto des Täters gehen. So könnte er am 9. Januar 2006 die 9 Jahre alte Marie in Winterhude überfallen haben. Außerdem käme er auch für eine Tat am 28. Juli 1995 in Geesthacht in Frage, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Diese Taten wurden bislang nicht aufgeklärt. Ein Abgleich zeigt, dass beide Überfälle von demselben Täter verübt wurden.

Nach dem Zwischenfall am Mittwoch laufen die Ermittlungen wieder auf Hochtouren. Im Bereich der Winterhuder Schulen suchten Polizisten in Uniform und in Zivil nach dem Täter. Parallel ermittelten Sexualdelikt-Spezialisten im Landeskriminalamt. Ohne durchschlagenden Erfolg.

Jetzt wendet sich die Polizei an die Öffentlichkeit: Wer hat den Überfall auf die kleine Sarah am vergangenen Mittwoch beobachtet und kann nähere Angaben machen? Wer war das Mädchen, das geholfen hat? Wer kann Hinweise zum Täter und seinem Wagen geben? Bei dem Fahrzeug handelt es sich vermutlich um einen blauen VW Polo neueren Modells.

Bisher liegt folgende Täterbeschreibung vor: Der Mann ist schlank, hat eine Brille und trug bei dem Überfall am Mittwoch eine schwarze Lederjacke, blaue Jeans und dunkle Schuhe. Für Hinweise, die zur Aufklärung des sexuellen Missbrauchs vom 9. Januar 2006 führen, hat die Polizei eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Hinweise nehmen das Landeskriminalamt Hamburg unter der Rufnummer: 4286-56789 und jede andere Polizeidienststelle entgegen.