Reaktor im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark vorsichtshalber abgeschaltet

Wie die Betreiberfirma FKA mitteilte, wurde bei einer Prüfung einer Gummifüllung in der Außenhülle des Reaktors Forsmark 1 fehlende Elastizität festgestellt.

Stockholm. Im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark ist am Samstag ein Reaktor wegen eines Schadens an der äußeren Hülle abgeschaltet worden. Wie die Betreiberfirma FKA mitteilte, wurde bei einer Prüfung einer Gummifüllung in der Außenhülle des Reaktors Forsmark 1 fehlende Elastizität festgestellt. Der Reaktor sei für weitere Tests bis auf weiteres vorsorglich abgeschaltet worden. Den Angaben zufolge wurde auch der neuere Reaktor Forsmark 2 auf mögliche Sicherheitsmängel untersucht.

Im Juli vergangenen Jahres hatte es in Forsmark einen schweren Störfall gegeben, als nach einem Elektrizitätsausfall auch die Notstromversorgung nur schleppend angelaufen war. Nach Angaben von Experten wurde eine Katastrophe - ein Schmelzen des Reaktorkerns - nur knapp vermieden. In der vergangenen Woche wurde ein kritischer interner Bericht über dramatische Sicherheitsmängel in Forsmark bekannt. Darin wird unter anderem über Gaslecks und gefährliche Arbeitsbedingungen berichtet. Außerdem seien mehrfach Angestellte nach Hause geschickt worden, nachdem sie bei Alkoholtests durchgefallen seien.

Schweden deckt mit derzeit noch zehn Atomkraftwerken nahezu die Hälfte seines Strombedarfs, will aber innerhalb der nächsten 30 Jahre vollständig auf die Kernenergie verzichten.