Blutiger Sonnabend

Selbstmordattentat in Bagdad fordert über 100 Opfer

Die Gewalt eskalierte am Sonnabend erneut: Bei einem Bombenanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Sonnabend nach Medienberichten 121 Menschen ums Leben gekommen.

Die irakischen Behörden teilten mit, dass bei dem Anschlag außerdem über 220 Menschen verletzt wurden. Die irakische Nachrichtenagentur "Stimmen des Irak" berichtete dagegen von 29 Toten und 78 verletzten.

Den Angaben zufolge hatte ein Selbstmordattentäter ein in einem Lastwagen versteckten Sprengsatz auf einem belebten Lebensmittelmarkt in einem Viertel Bagdads zur Explosion gebracht, in dem Suniten, Schiiten und Kurden gemeinsam leben. Zahlreiche Läden und parkende Autos seien durch die schwere Explosion zerstört worden. Zum Zeitpunkt des Anschlags kauften dort viele Iraker für ihr Abendessen ein.

Viele Verletzte wurden mit Pickups in die völlig überfüllten Krankenhäuser gefahren. "Es gab einen starken Schlag", berichtete ein verletzter junger Mann. "Ein Auto explodierte. Ich fiel auf den Boden."

Bei dem Attentat handelt es sich um den schwersten Anschlag seit dem 23. November 2006. Damals wurde der Bagdader Stadtteil Sadr City von der schlimmsten Anschlagserie seit Beginn des Irak-Krieges erschüttert. Bei drei Selbstmordattentaten und zwei Mörserangriffen wurden nach Angaben der Polizei mindestens 215 Menschen getötet.

Damit stieg die Gesamtzahl der am Sonnabend im Irak bei Anschlägen und Kämpfen Getöteten auf rund 140. Allein in der nordirakischen Vielvölkerstadt Kirkuk explodierten sechs Autobomben. Mindestens zwei Menschen starben, 21 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt. In Samarra wurden bei einem Überfall auf eine Polizeistation vier Polizisten getötet. Die Stadt Mahmudija südlich von Bagdad wurde ebenfalls von einem Autobombenanschlag erschüttert, dabei wurden am Morgen eine Person getötet und acht weitere verletzt.

In der westlichen Anbar-Provinz töteten Aufständische am Sonnabend zwei amerikanische Soldaten.