Gute Aussichten für Bremen und Hamburg

Bremen und Hamburg sind laut einer Studie Top-Airbus-Standorte

Die beiden Airbus-Standorte Bremen und Hamburg schneiden bei einer unternehmensinternen Studie gut ab. Politiker setzen sich für deutsche Standorte ein.

Hamburg. In der umfangreichen Untersuchung, die als Grundlage des radikalen Sparprogramme "Power 8" erarbeitet wurde, schneidet lediglich die britische Airbus-Fabrik in Broughton besser ab, so das Nachrichtenmagazin "Focus". Der NDR vermeldete, eine Vorentscheidung über die deutschen Standorte solle bereits Ende kommender Woche fallen. Eigentlich war Einzelheiten zu "Power 8" erst für den 20. Februar angekündigt.

Zwei unabhängige Teams sollen, so das Magazin weiter, im AUftrag von Airbus-Chef Louis Gallois zehn Wochen lang alle europäischen Werke auf Herz und Nieren untersucht haben. Dabei sollen pro Standort rund 400 Fragen abgearbeitet worden sein. Hauptaugenmerk lag auf der Produktivität der Standorte. Von fünf möglichen Punkte habe das Werk in Broughton 3,28 erhalten, Bremen landete mit 3,23 Zählern vor Hamburg, das im Bereich "Endlinie" die Note 3,13 und im Bereich "Technik, Rumpf" eine 3.04 erhielt.

Politiker setzen sich ein

Die deutsche Politik bleibt vom Airbus-Sparprogramm und den möglichen Folgen für die deutschen Werke nicht unberührt. Bundeskanzlerin Merkel will sich laut "Spiegel" persönlich für die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie einsetzen. Sie werde sich noch vor dem 20. Februar - an dem EADS bisher ihren Sanierungsplan bekannt geben wollte - Gallois treffen. Eine Regierungssprecherin konnte dies zunächst nicht bestätigen, erklärte aber, die Bundesregierung setzte sich mit Nachdruck für die Airbus-Standorte ein. Laut "Spiegel" will Merkel darauf dringen, dass die deutschen Standorte beim Stellenabbau nicht überproportional belastet und wichtige Kompetenzen nicht nach Frankreich verlagert werden.

Auch der Hamburger Wirtschaftssenator Gunnar Uldall forderte, die deutschen Standorte nicht überproportional zu belasten. Der CDU-Politiker sagte in einem Zeitungsbericht: "Ich halte die Vergabepolitik für einen wichtigen Hebel, um klar zu machen, dass man die deutschen Interessen nicht übergehen kann."