Biathlon-WM in Antholz: Auftaktdebakel für deutsche Olympiasieger

Schwächstes WM-Ergebnis im Sprint seit langem.

Antholz. Für Deutschlands erfolgsverwöhnte Biathleten hat die WM in Antholz mit einem Debakel begonnen. Mit dem Oberhofer Alexander Wolf auf Platz 15 als bestem Ergebnis im 10-km-Rennen lieferten die mitfavorisierten Olympiasieger ihr schlechtestes Sprintresultat der WM-Geschichte ab. Beim achten WM-Triumph des Norwegers Ole Einar Björndalen landete Dreifach-Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang) nach drei Schießfehlern nur auf Rang 19, und Sprint-Olympiasieger Sven Fischer (Oberhof) kam gar nur auf Platz 43 ins Ziel. Außenseiter Michal Slesingr (Tschechien) gewann an seinem 24. Geburtstag Silber vor dem ebenfalls überraschend starken Ukrainer Andrej Derizemlja.

"Unser Schießen war ein Wort mit X: nix", kommentierte Bundestrainer Frank Ullrich das unerwartete Fiasko seiner Truppe vor etwa 10.000 Zuschauern im sonnenüberfluteten Antholzer Hochtal: "Wenn man bei einer WM mit fünf Leuten startet, dann sollte einer mit null Fehlern beim Schießen durchkommen. Andere haben uns vorgemacht, wie das geht. Jetzt sind wir gleich zum Anfang in Zugzwang geraten."

Greis, Wolf, Fischer und auch der auf Platz 18 eingekommene Michael Rösch (Altenberg) mussten nach Fehlschüssen jeweils drei Strafrunden drehen, der trotz Rang 17 auch enttäuschende Schlechinger Andreas Birnbacher zwei. "Das kann nur noch besser werden", fand der von seiner eigenen Leistung "mächtig enttäuschte" Birnbacher.

Vor Antholz war nur 1996 in Ruhpolding kein deutscher Skijäger bei einem WM-Sprint unter die Top Ten gelaufen. Damals belegte der diesmal nicht eingesetzte Ricco Groß allerdings wenigstens noch Platz zwölf. "Ich habe versucht, ruhig zu schießen und kein überhöhtes Risiko einzugehen. Aber puff-puff-puff, weg waren sie", berichtete der mit Goldhoffnungen angetretene Michael Greis über den Rennverlauf. Seine schwache Leistung wollte der Gold-Held von Turin 2006 beim Auslaufen "innerhalb von fünf Minuten abhaken. Morgen greife ich wieder an".

In das Jagdrennen am Sonntag über 12,5 km (11.15 Uhr/live im ZDF und bei Eurosport) startet Greis allerdings bereits mit 1:19 Minuten Rückstand auf Björndalen und damit ebenso wie seine Teamkollegen nur noch mit minimalen Medaillenchancen.