Polizei: Ermittlungen gegen Berliner Kommissar

Randalierer erschossen vermutlich Notwehr

Nach den tödlichen Schüssen eines Berliner Polizisten auf einen jugendlichen Vandalen deuten erste Untersuchungen auf Notwehr hin. Bei der Verfolgungsjagd soll der Beamte angegriffen worden sein.

Berlin. Ein Berliner Polizist hat einen jungen Mann im brandenburgischen Nauen mit seiner Dienstwaffe erschossen. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen des Vorfalls am Mittwochabend in der Nähe des Bahnhofs der Stadt stünden noch am Anfang, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam am Donnerstag. Nach ersten Vernehmungen deute sich aber an, dass der 24-jährige Beamte aus Notwehr gehandelt haben könnte.

Der im Landkreis Havelland wohnende Polizist hatte den Angaben zufolge am Bahnhof Nauen drei junge Männer bemerkt haben, die mit aus einem Zug entwendeten Nothämmern die Scheiben von drei Bushaltestellen zertrümmerten. Als der Beamte, der auf dem Heimweg war, die mutmaßlichen Randalierer zur Rede stellen wollte, seien die Männer im Alter zwischen 21 und 28 Jahren geflüchtet. Bei der Verfolgung sollen einer oder mehrere der Verdächtigen den Beamten angegriffen haben. Dabei sei es zu dem tödlichen Schuss gekommen. Der Polizist war nach Angaben des Sprechers am Abend zunächst festgenommen worden, befinde sich inzwischen aber wieder auf freiem Fuß.