Entlassung: Auch in Hamburg deutet sich Trainerwechsel an

HSV feuert Doll

Der Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat sich nach Informationen der BILD-Zeitung von seinem Trainer Thomas Doll getrennt. Die Entscheidung soll am Donnerstag bekannt gegeben werden.

Hamburg. Doll wollte seinen Rauswurf nicht kommentieren: "Ich sage jetzt nichts, wir sehen uns morgen", sagte der Noch-HSV-Coach nach dem 1:1 gegen Energie Cottbus. Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat sich nach Informationen der BILD-Zeitung von seinem Trainer Thomas Doll getrennt. Kurz vor seiner Abfahrt aus dem Stadion am Mittwoch um 23.40 Uhr sei dem 40-Jährigen der Entschluss mitgeteilt worden, berichtete die Zeitung. Am Donnerstag werde der Verein die Entscheidung verkünden. Doll hatte den Cheftrainer-Posten in Hamburg am 18. Oktober 2004 als Nachfolger von Klaus Toppmöller angetreten. Der HSV war damals Letzter und ist es nach dem 1:1 im Heimspiel gegen Energie Cottbus erneut. "Ich sage jetzt nichts, wir sehen uns morgen", lautete der Kommentar von Doll beim Verlassen der AOL-Arena.

Eine offizielle Bestätigung für die Trennung wollte auch Vorstandschef Bernd Hoffmann nicht geben. "Heute Nacht gibt es keine Statements mehr", sagte er nach Mitternacht. Über das Ergebnis einer Sitzung des Aufsichtsrates wurde ebenfalls geschwiegen. "Wir werden uns am Donnerstag dazu äußern", betonte Mitglied Horst Becker. Nach dem zwölften Remis der Bundesliga-Saison hatten sich acht von zwölf Aufsichtsräten ohne ihren Vorsitzenden Udo Bandow zur Beratung zurückgezogen.

Ob es dabei um den Verbleib von Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer ging, wollte Becker nicht bestätigen. Während der vierköpfige Vorstand die Trennung vom Trainer beschließen kann, muss der Aufsichtsrat über eine weitere Zusammenarbeit mit Vorstandsmitglied Beiersdorfer entscheiden. Der Sportchef hatte zum Ende der Hinrunde vehement dafür plädiert, an Doll festzuhalten und im Januar einen Neustart zu wagen. Vor Weihnachten hatte er sich mit seinem Konzept gegen den skeptischen Hoffmann durchgesetzt.

Die völlig verunsicherten Hanseaten zeigten nach dem 1:1 bei Arminia Bielefeld am Samstag auch gegen den braven Aufsteiger Cottbus keinen Mentalitätswechsel und provozierten den Rauswurf ihres Trainers damit förmlich. Nach dem Spiel wich Doll der Frage nach seinem Rücktritt noch aus. "Ich muss es erst in Ruhe analysieren und sacken lassen. Die Situation ist sehr, sehr brisant."

Vor 52 484 Zuschauern war der HSV durch Juan Pablo Sorin (4. Minute/Foulstrafstoß) zwar schnell in Führung gegangen, Sergiu Radu (9.) rettete den Lausitzern aber einen nicht unverdienten Punkt. "Ein bitterer Moment", konstatierte Doll. Der letzte Bundesliga-Heimsieg der "Rothosen" liegt nun schon rund zehn Monate zurück: Am 9. April 2006 gab es ein 2:0 gegen Mönchengladbach.

"Ich hoffe, dass Thomas Doll unser Trainer bleibt", hatte HSV- Keeper Frank Rost nach Schlusspfiff gesagt. "Tiefer können wir in der Tabelle nicht mehr rutschen. Es kann nur noch aufwärts gehen - es fehlt der Befreiungsschlag, wir müssen an uns glauben und da unten raus!"