Irak: Mindestens 25 Tote bei Anschlägen auf Pilger

Designierter Oberbefehlshaber erhebt Vorwürfe gegen US-Regierung

Schiitische Extremisten haben beim Anschura-Fest im Irak ein Blutbad unter sunnitischen Gläubigen angerichtet.

Bagdad. Noch am Montag hatten irakische Sicherheitskräfte und US-Truppen in der Nähe der Stadt Nadschaf 263 sunnitische Extremisten getötet. Mit der Großoffensive sollte Übergriffen auf die 1,5 Millionen sunnitischen Pilger vorgebeugt werden, die sich anlässlich des Anschura-Festes derzeit im Irak aufhalten. Doch der Präventivschlag konnte die Gläubigen nicht schützen. Am Dienstag starben bei blutigen Anschlägen mindestens 25 Menschen.

In der Stadt Chanagin nahe der iranischen Grenze kamen 13 Menschen ums Leben, als eine Bombe in einem Mülleimer explodierte. Fast 40 Menschen wurden verletzt. Rund eine Stunde später riss ein Selbstmordattentäter in Mandali nordöstlich von Bagdad mindestens zwölf Menschen mit in den Tod. Er zündete seinen Sprengsatz inmitten von etwa 150 schiitischen Gläubigen, die sich vor einer Moschee versammelt hatten. In Bagdad töteten Bewaffnete sieben Schiiten und verletzen sieben weitere Menschen, als sie das Feuer auf einen Pilgerbus eröffneten.

US-Admiral William Fallon, der als neuer oberster Kommandeur im Mittleren und Nahen Osten John Abizaid ablösen soll, warf seiner Regierung unterdessen Fehler vor. Die USA hätten den Widerstand im Irak unterschätzt, erklärte Fallon in einem Schreiben an den Streitkräfteausschuss im Senat. Die Lage zu sichern, sei schwieriger als gedacht. Neben der Fähigkeit der irakischen Truppen habe Washington auch die politische und wirtschaftliche Situation in dem Land nicht korrekt beurteilt.

( dpa, afp, abenblatt.de )