Staatsanwalt fordert dreieinhalb Jahre Haft für Schönheitschirurgen

Im Prozess gegen einen Schönheitschirurgen wegen vielfachen Betrugs und Körperverletzung hat der Staatsanwalt am Montag vor dem Hamburger Landgericht dreieinhalb Jahre Haft für den Angeklagten gefordert.

Im Prozess gegen einen Schönheitschirurgen wegen vielfachen Betrugs und Körperverletzung hat der Staatsanwalt am Montag vor dem Hamburger Landgericht dreieinhalb Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-jährigen Mediziner vor, zahlreiche Rechnungen für Praxisbedarf und Mietkosten nicht bezahlt sowie Patienten bei kosmetischen Eingriffen falsch behandelt zu haben.

Der Arzt hatte im Prozess jede Schuld zurückgewiesen und sich als Opfer widriger Umstände und "unschuldig Beklagter" dargestellt. "Sie haben es sich zur Regel gemacht, nie die Schuld bei sich zu suchen. Die Schuld liegt immer bei anderen", warf der Staatsanwalt dem Mediziner in seinem Plädoyer vor. Nach der Planung des Gerichts sollte am Montag möglicherweise noch das Urteil verkündet werden. Im Sommer vergangenen Jahres hatte das Landgericht den Arzt schon wegen Betrugs in 16 Fällen zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Der Schönheitschirurg muss sich bereits Ende April wegen Körperverletzung mit Todesfolge erneut vor Gericht verantworten. Das bestätigte Gerichtssprecherin Sabine Westphalen der dpa. Im Dezember 2005 war eine junge Patientin des Arztes wenige Tage nach einer Nasenoperation in einem Krankenhaus gestorben. Die Anklage legt ihm zur Last, den Tod der Frau durch Unachtsamkeit verursacht zu haben.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte der Arzt bei der ambulanten Operation nicht bemerkt, dass die Frau einen Herz-Kreislauf- Stillstand erlitt. Der dadurch ausgelöste Sauerstoffmangel habe zu einer bleibenden und letztlich tödlichen Hirnschädigung geführt. Prozessbeginn ist der Sprecherin zufolge am 25. April. Zunächst seien zehn Verhandlungstage vorgesehen.

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