Schwierige Wahl zum CDU-Vorsitzenden

Junghanns ist neuer CDU-Chef in Brandenburg

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Geladene Stimmung auf dem CDU-Parteitag in Frankfurt (Oder). Junghanns schrie Kontrahenten-Anhänger an. Petke wird Stellvertreter.

Frankfurt/Oder. Die Stimmung im Saal war geladen, das musste schon der gastgebende Frankfurter Kreisvorsitzende Stefan Große Boymann erfahren. Als er es wagte, eine Empfehlung für Junghanns auszusprechen, hagelte es Pfiffe und erboste Zwischenrufe von Petke-Anhängern. Der ausgeschiedene Schönbohm ging in seiner Abschiedsrede auch noch einmal auf die Grabenkämpfe der Vergangenheit ein - die anonymen Anzeigen, Indiskretionen, Verdächtigungen. An die "junge Garde" um seinen früheren Generalsekretär Petke gerichtet, rief der frühere Bundeswehr-General Schönbohm schließlich, es dürfe nicht zugelassen werden, dass sich Leute aus den eigenen Reihen "mit persönlichen Ansprüchen, Erwartungen und Bedürfnissen gegen die Partei profilieren".

Danach wurde der neue CDU-Vorsitzende gewählt. Das mit Spannung erwartete Wahlergebnis fiel dann denkbar knapp aus: Schönbohms Wunschkandidat Junghanns ging mit nur zwei Stimmen Mehrheit vor Petke über die Ziellinie. Die Freude darüber währte nur kurz, denn unmittelbar danach fiel Junghanns' Kandidat für den Generalsekretärsposten, Dierk Homeyer, mit Pauken und Trompeten durch. Der ehemalige Bundeswehr-Offizier und Betriebswirt erhielt 118 Gegenstimmen, bei 96 Ja-Stimmen.

Der frisch gewählte CDU-Chef schrie in einem Gefühlsausbruch ob des schlechten Abschneidens seines Kandidatens vom Podium herab einen Anhänger seines Gegenspielers Petke an: "Ich sehe in ihren Augen den Hass, der diese Auseinandersetzung geprägt hat." Daraufhin gab es Buhrufe von den Delegierten. Später bat Junghanns um Entschuldigung.

Mit dem Rivalen Seite an Seite

Den Sieg über seinen Rivalen Petke konnte Junghanns nicht lange auskosten. Künftig muss er mit dem 39-Jährigen zusammenarbeiten. Der Landesparteitag wählte Sven Petke mit 58 Prozent der Stimmen auf einen der vier Stellvertreter-Posten. Die übrigen drei Plätze gingen an die frühere Justizministerin Barbara Richstein (59 Prozent), Kulturministerin Johanna Wanka (55 Prozent) und der Cottbuser Kreisvorsitzende Michael Schierack (54 Prozent).