Brüssel: EU-Kommission ahndet Kartellvergehen

Rekordstrafe gegen Siemens

Die EU-Kommission hat eine Rekordstrafe von fast 400 Millionen Euro gegen Siemens verhängt. Der Vorwurf: Siemens soll Kartellabsprachen getroffen haben.

Brüssel. Die EU-Kommission hat am Mittwoch eine Rekordstrafe von fast 400 Millionen Euro gegen Siemens verhängt. Die Brüsseler Behörde beschuldigt den deutschen Elektronikkonzern, gemeinsam mit anderen Branchenriesen wie ABB und Areva Kartellabsprachen getroffen zu haben. Insgesamt wurde gegen zehn Unternehmen eine Gesamtstrafe von mehr als 750 Millionen Euro verhängt. Die 396 562 500 Euro für Siemens stellen nach Kommissionsangaben die höchste Strafe dar, die die Brüsseler Behörde je für ein einzelnes Unternehmen wegen eines einzelnen Kartellvergehens verhängt hat.

Die zehn Unternehmen sollen in der Zeit von 1988 bis 2004 den Markt für hochspezialisierte Schalter, die zur Kontrolle des Energieflusses in Stromnetzen benutzt werden, faktisch untereinander aufgeteilt haben. Ihnen werden Preisabsprachen, Austausch wichtiger und vertraulicher wirtschaftlicher Informationen und Absprachen bei Ausschreibungsverfahren vorgeworfen. Das Kartell wurde von ABB verraten, der Konzern ging daher straflos aus.