Wetter: Schnee und Eis überraschen Tausende

Wintereinbruch in Deutschland

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Der Wintereinbruch hat vor allem in Süddeutschland zu Chaos geführt: Gewaltige Schneemengen führten zu kilometerlangen Staus und Verspätungen. Norddeutschland blieb vom Schnee verschont: Hamburg meldete am Mittwochmittag -5 Grad und Sonne.

Stuttgart/Freiburg. Der erste richtige Wintertag mit Schnee und Glatteis hat vor allem in Süddeutschland sowie in Teilen Österreichs, Tschechiens und Frankreichs ein Verkehrschaos ausgelöst. Nach Polizeiangaben starben bei Verkehrsunfällen drei Menschen in Bayern und Baden-Württemberg. Im Süden Deutschlands gab es mehrere hundert Unfälle und bis zu 25 Kilometer lange Staus, Autobahnen wurden gesperrt und im Elsass (Frankreich) wurde ein Fahrverbot für Lastwagen erlassen. Die Flughäfen Stuttgart und Prag-Ruzyne wurden in der Nacht gesperrt. Allein in Stuttgart saßen 1000 Passagiere fest. In Teilen Österreichs und Frankreichs waren in der Nacht zu Mittwoch mehr als 130 000 Haushalte ohne Strom.

In Oberbayern raste ein 50-jähriger Lastwagenfahrer auf der Autobahn A 9 mit seinem Wagen in die Mittelleitplanke und starb am Unfallort. Auf dem Münchner Flughafen wurden am Mittwochvormittag 20 Flüge gestrichen. In Bayern und Baden-Württemberg kam es wegen Schneeverwehungen zu Verspätungen bei der Bahn.

In Baden-Württemberg kam die Moutainbikerin Sandra Weber, Mitglied der Nationalmannschaft, am Mittwochmorgen bei einem Verkehrsunfall bei St. Märgen im Schwarzwald ums Leben. Die 19-Jährige geriet bei Schneeglätte mit ihrem Auto ins Schleudern, stürzte eine Böschung hinunter und landete in einem Bach. Am Dienstagabend starb bei Lorch ein 70 Jahre alter Busfahrer bei einem Glatteisunfall. In Baden- Württemberg zählte die Polizei mehr als 460 Unfälle. Auf den Bahnstrecken saßen tausende Pendler in Zügen fest, weil Weichen wegen starken Schneefalls nicht gestellt werden konnten.

Auch in Teilen Frankreichs sowie Österreichs und Tschechiens haben die kräftigen Schneefälle Verkehr und Stromversorgung zusammenbrechen lassen. Im Burgund war die Autobahn A 6 auf 140 Kilometern unpassierbar, tausende Autofahrer wurden eingeschneit. Unter der Last wachsender Eisbildung und wegen herabstürzender Äste rissen in einigen Regionen Frankreichs und Österreichs die Stromleitungen. Am Mittwoch waren noch 80 000 Haushalte in Frankreich ohne Strom. Im österreichischen Drautal blieben am Mittwochmorgen noch 12 000 Haushalte dunkel. In Kärnten wurden wegen des Schnees am Dienstagabend zahlreiche Straßen gesperrt. Eine eisige Nacht verbrachten die Fahrer von 300 Lastwagen, die im oberen Drautal fest hingen.

Der Schneefall im Alpenraum hat auch Auswirkungen auf den Beginn des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Davos. Wegen des Wetters konnten dort am Mittwoch keine Hubschrauber landen. In den Skiorten überwog hingegen die Freude: Viele der wegen Schneemangels geschlossenen Skipisten wurden für eine Öffnung vorbereitet. In einigen Gebieten Österreichs fiel innerhalb von 24 Stunden bis zu einem Meter Neuschnee.

Nach dem Einzug des Winters rechnen die Wintersportorte im Schwarzwald mit einer guten Saison. "Wir können die bisherigen Verluste noch leicht aufholen", sagte der Bürgermeister der Gemeinde Feldberg im Südschwarzwald, Stefan Wirbser (CDU), am Mittwoch in einem dpa-Gespräch. Die besten Monate für die Region seien sowieso der Januar und der Februar.

Auch Spanien hatte mit dem Winter zu kämpfen. Nach heftigen Schneefällen waren im Norden des Landes mehr als 20 Bergpässe gesperrt. Die Behörden gaben wegen Schnees und Kälte Unwetteralarm für Nordspanien. In Italien schneite es seit Dienstag besonders heftig im Norden des Landes. Im bekannten Wintersportort Cortina d'Ampezzo fielen in den vergangenen Stunden 60 Zentimeter Neuschnee - sehr zur Freude der Ski- und Snowboardfahrer.