Auszeichnung: Stasi-Drama macht Furore

Oscar-Nominierung für "Das Leben der Anderen"

Ursprünglich sollte „Das Leben der Anderen“ Regisseur und Drehbuchautor Florian Henckel nur seinen Abschluss an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) sichern. Jetzt könnte ihm sein Streifen die höchste Auszeichnung der internationalen Filmindustrie einbringen.

Beverly Hills. "Das Leben der Anderen" räumt ab, was es abzuräumen gibt. Nachdem Florian Henckels Stasidrama um den Spitzel Gerd Wiesler und ein von ihm überwachtes Künstlerehepaar bereits zahlreiche Preise auf deutschen und eurpäischen Festivals gewonnen hat, wurde der Streifen jetzt für den Auslands-Oscar nominiert. Damit geht der Film bei der 79. Academy-Award-Verleihung am 25. Februar in Los Angeles mit ins Rennen um die begehrte Trophäe für den "Besten nicht englischsprachigen Film". Konkurrenz machen dem deutschen Beitrag dann die Filme "After the Wedding" aus Dänemark, "Days of Glory (Indigenes)" aus Algerien, "Pan's Labyrinth" aus Mexiko und "Water" aus Kanada, die ebenfalls in der Kategorie nominiert wurden.

Anfangs dürfte Florian Henckel von seinem jetzigen Erfolg nicht zu träumen gewagt haben. "Das Leben der anderen" ist zunächst nicht mehr als seine Abschulssarbeit an der HFF in München gewesen. Dann mauserte sich der Film mit Ulrich Mühe in der Hauptrolle zu einem Kinoerfolg und erhielt vier bayerische und sieben deutsche Filmpreise, darunter den Deutschen Filmpreis in Gold für den Besten Spielfilm. Außerdem gewann das "Leben der Anderen" drei europäische Filmpreise, den Bernhard-Wicki-Filmpreis sowie den Publikumspreis beim Internationalen Filmfestival in Locarno.

Für die HFF kann es eine bessere Werbung kaum geben. Das gilt umso mehr, als neben Regisseur Henckel auch die Co-Produzenten Quirin Berg und Max Wiedemann sowie die für den Film verpflichtete Szenenbildnerin Silke Buhr ihr Handwerk in der bayerischen Talentschmiede erlernten. Oscars hat es zuvor allerdings auch schon für andere Absolventen der Filmhochschule gegeben. 1994 erhielt Katja von Garnier den Studenten-Oscar für "Abgeschminkt", Florian Gallenberger wurde 2000 mit dem Studenten-Oscar und 2001 mit dem Kurzfilm-Oscar für "Quiero ser" ausgezeichnet, Caroline Link gewann den Oscar 2003 für 'Nirgendwo in Afrika' und 2005 erhielten Luigi Falorni und Byambasuren Davaa die Auszeichnung für ihren Film "Die geschichte vom Weinenden Kamel".

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