Libanon: Generalstreik der Opposition

Straßensperren aus Feuer

Zum Auftakt ihres angekündigten Generalstreiks hat die Opposition im Libanon mehrere Verkehrsachsen des Landes blockiert. Anhänger der pro-syrischen Bewegung wurden bei Auseinandersetzungen schwer verletzt.

Beirut. Begleitet von Spannungen zwischen Anhängern der Regierung und der pro-syrischen Opposition hat im Libanon am Dienstag ein Streik begonnen. Im Norden des Landes kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der widerstreitenden Christengeneräle Michael Aoun und Samir Geagea. Nach Angaben der Aoun-Bewegung wurden dabei fünf Anhänger der pro-syrischen Bewegung verletzt, zwei davon schwer. Geagea steht auf Seiten der Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora.

Seit dem Morgen riegeln Anhänger der von der radikalisalmischen Hisbollah geführten pro-syrischen Opposition in verschiedenen Städten des Landes Straßen ab. Demonstranten haben mit brennenden Reifen Straßensperren errichtet, um vor allem die Hauptstadt Beirut abzusperren. Ein Schwerpunkt der Aktionen ist der Bereich um den Flughafen und der Süden Beiruts, der als Hochburg der radikal- islamischen Hisbollah gilt. In der gesamten Stadt haben starke Armee- und Polizeieinheiten Posten bezogen.

Die Opposition hat zu einem eintägigen Generalstreik aufgerufen. Siniora hatte die Bevölkerung am Montag aufgefordert, den Streikaufruf zu ignorieren und zur Arbeit zu gehen. Christen-General Geagea bezeichnete die Aktion der Opposition am Dienstag als "Staatsstreich".

Bereits seit Anfang Dezember demonstrieren Regierungsgegner mit einem Sitzstreik vor den Amtssitz des Ministerpräsidenten. Die Opposition verlangt die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit und bezichtigt Siniora der Unfähigkeit. Die Siniora-Regierung sieht in den Protesten dagegen einen Versuch der einstigen Schutzmacht Syrien, wieder mehr Einfluss im Libanon zu gewinnen.