Güterzug entgleist:

Bahnstrecke Tornesch - Elmshorn gesperrt

Nach dem Unfall eines auch mit Gefahrgut beladenen Güterzugs nördlich von Hamburg sind seit den frühen Morgenstunden die Bahnstrecken von der Hansestadt in Richtung Westerland, Kiel und Flensburg gesperrt. Aus einem Waggon trat ätzende Säure aus.

Elmshorn. Bei einem Güterzugunglück nördlich von Hamburg ist am Dienstagmorgen ätzende Säure ausgetreten. Menschen waren nicht in Gefahr, weil der Güterzug in einer unbewohnten Gegend entgleiste. Auch bei dem Unglück selbst kamen nach Angaben der Deutschen Bahn keine Menschen zu Schaden. Der gesamte Bahnverkehr nach Kiel und Sylt wurde unterbrochen.

Dampfwolke über den Gleisen Von den insgesamt 21 Wagen des Güterzugs waren am frühen Morgen zwischen Elmshorn und Pinneberg elf entgleist, wie die Deutsche Bahn am Vormittag mitteilte und damit frühere Angaben korrigierte, wonach 19 entgleist seien. Der Unglücksort bei Tornesch wurde abgesperrt, weil auch am Vormittag noch gefährliche Stoffe aussickerten. Dabei handelte es sich laut Polizei und Feuerwehr um Chloressigsäure. Die Dämpfe der Säure können Augen, Atemwege und Haut verätzen. Augenzeugen berichteten von einer Dampfwolke über dem Unglücksort. Der Zug war laut Bahn auf dem Weg von Dänemark nach Italien.

Die Feuerwehr kam mit der Bergung zunächst nicht voran und wartete auf das Eintreffen eines Spezialkrans der Bahn, der aus dem Ruhrgebiet herbeigeschafft werden musste, wie der Sprecher der Kreisfeuerwehr Pinneberg, Michael Bunk, sagte. Nach seinen Angaben kamen die Feuerwehrleute nicht an die leckenden Behälter, weil sich andere Waggons darüber verkeilt hatten.

Unglücksursache noch unklar Der Unfall des Güterzugs ereignete sich aus unbekannten Gründen um 3.19 Uhr auf der zweigleisigen Bahnstrecke von Elmshorn in Richtung Hamburg, wie der Sprecher der Bundespolizei, Torsten Jordan, sagte. Mindestens drei der Waggons, die entgleisten, hatten nach seinen Angaben Gefahrgut geladen. Aus einem davon trat giftige Chloressigsäure aus und ließ weiße Dämpfe über der Unfallstelle aufsteigen, wie Jordan sagte. Augenzeugen sahen die Lok und zwei Waggons auf den Schienen stehen, dann mehrere 100 Meter entfernt die verkeilten weiteren Waggons. Außerdem war eine abgerissene Waggonkupplung zu sehen. Die Oberleitung und Gleise waren auch beschädigt.

Die Deutsche Bahn setzte am Vormittag 28 Busse als Schienenersatzverkehr zwischen Elmshorn und Pinneberg ein, wie ein Bahnsprecher mitteilte. Alle Reisenden mit Ziel Kiel, Flensburg, Sylt oder anderen Zielen müssen die Pendelbusse benutzen. Zwischen Pinneberg und Hamburg sollten die Reisenden die S-Bahn benutzen.

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